Wolf bei Drachhausen nach Autounfall auf L50 tot
Ein Wolf kam am Morgen des 22. Juli 2026 bei einer Kollision mit einem Auto auf der Landstraße 50 im Spree-Neiße-Kreis ums Leben. Der Straßenverkehr bleibt die häufigste Todesursache für die Tiere in Brandenburg
Ein Wolf kam am Morgen des 22. Juli 2026 in der Lausitz bei einer Kollision mit einem Auto ums Leben. Das Tier überquerte gegen 6 Uhr die Landstraße 50 zwischen Drachhausen und Fehrow im Spree-Neiße-Kreis, als es von einem Pkw erfasst wurde. Die Autofahrerin blieb bei dem Zusammenstoß unverletzt, musste jedoch feststellen, dass ihr Fahrzeug, ein Audi, nicht mehr fahrbereit war. Der Sachschaden an dem Wagen wird auf etwa 5.000 Euro geschätzt.
Der verendete Wolf wurde an der Unfallstelle geborgen und vom zuständigen Wolfsbeauftragten übernommen. Dieser leitet den Fund an das Landesamt für Umwelt (LfU) weiter, um das Tier zu untersuchen und die genauen Umstände zu dokumentieren. Solche Vorfälle sind im Spree-Neiße-Kreis und in anderen Regionen Brandenburgs leider keine Seltenheit. Der Straßenverkehr gilt als die häufigste Todesursache für Wölfe in Deutschland.
Zunehmende Gefahr im Straßenverkehr
Die Statistik des Landesamtes für Umwelt unterstreicht die Dringlichkeit des Problems. Im vergangenen Jahr, 2025, waren in Brandenburg insgesamt 39 Wölfe im Straßenverkehr zu Tode gekommen. Bis Juli 2026 sind in diesem Jahr bereits zehn solcher Unfälle registriert worden. Diese Zahl entspricht bereits einem Viertel der Gesamtzahl des Vorjahres, was den Trend zu einer hohen Gefährdung der Tiere im Verkehr verdeutlicht. Neben den Verkehrsunfällen verzeichnet die Behörde in der aktuellen Übersicht zudem zwei Funde toter Wölfe, die auf illegale Tötungen zurückgehen.
Wolf als fester Bestandteil der Natur
Die Wiederansiedlung des Wolfes in Brandenburg begann 2007, und bereits 2009 wurden hierzulande wieder erstmals Welpen aufgezogen. Seit über 15 Jahren ist der Wolf somit wieder ein fester Bestandteil der brandenburger Ökosysteme. Im Monitoringjahr 2025/2026 sind in Deutschland insgesamt 74 bestätigte Wolfsrudel bekannt, wobei die meisten Territorien in Brandenburg und Niedersachsen liegen.
Um das Zusammenleben von Mensch und Wolf zu regeln, existieren in Brandenburg die Wolfsverordnung sowie die Managementpläne von 2013 und 2019. Ehrenamtliche Wolfsbeauftragte im Landkreis spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sind die erste Anlaufstelle für Bürger, die Hinweise auf Wölfe geben oder tote Tiere melden, und kümmern sich vor Ort um die fachgerechte Bearbeitung von Totfunden, bevor diese an das Landesamt übergeben werden.