Moldauer gesteht drei Sprengungen in Berlin
Ein 31-Jähriger aus einer moldauischen Bande gestand vor dem Landgericht Berlin drei Sprengungen an Geldautomaten in Lichtenberg und Marzahn, wobei Ermittlungen auf eine größere Gruppierung mit bundesweit hohen Schäden hindeuten
Ein mutmaßliches Mitglied einer internationalen Bande von Geldautomaten-Sprengern hat sich vor dem Landgericht Berlin für seine Taten verantworten müssen. Der 31-Jährige, dem drei Angriffe zur Last gelegt werden, gestand zu Beginn des Prozesses die Vorwürfe. Er erklärte über seinen Verteidiger, er sei von anderen Männern angeworben worden, die ihm „schnelles Geld“ versprochen und das notwendige Material für die Sprengungen beschafft hätten.
Die Anklage wirft dem Mann schweren Bandendiebstahl sowie das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor. Ermittlungen deuten darauf hin, dass er als Teil einer größeren Gruppierung aus der Republik Moldau agierte. Diese Bande soll für eine Welle an Angriffen auf Geldautomaten verantwortlich sein, die sich über mehrere Bundesländer erstreckte.
Die Methode der Täter
Im Fokus der Ermittlungen steht eine spezifische Vorgehensweise, die für diese Tätergruppen typisch ist: Der Einsatz sogenannter „Pizzaschieber“. Dabei handelt es sich um Metallschiebeplatten, mit denen die Kriminellen Sprengstoff aus der Distanz in das Innere der Automaten schieben und ferngesteuert zünden. Diese Methode ermöglicht es den Tätern, sich schnell zurückzuziehen, bevor die Polizei eintrifft, und minimiert das Risiko, vor Ort erwischt zu werden.
Die drei im aktuellen Verfahren verhandelten Taten ereigneten sich zwischen dem 18. Mai 2024 und dem 24. Januar 2025 in den Berliner Stadtteilen Lichtenberg und Marzahn. In zwei Fällen konnten die Täter erfolgreich rund 32.000 Euro erbeuten. Bei dem dritten Vorfall blieb es bei einem Versuch, bei dem keine Bargeldentnahme gelang.
Ausweitung auf ganz Deutschland
Der Angeklagte wurde zusammen mit einem 37-Jährigen verhaftet. Die Polizei teilte mit, dass beide im Verdacht stehen, an weiteren Sprengungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Hessen beteiligt gewesen zu sein.
Ein im Prozess zitierter Ermittler schätzte, dass der mutmaßlichen Gruppierung insgesamt zwischen 22 und 23 Taten zuzuordnen sind. Der Gesamtschaden, den die Bande bundesweit verursacht haben soll, beläuft sich auf etwa 5 Millionen Euro, während die Beute auf rund 500.000 Euro geschätzt wird.
Rechtskräftige Vorstrafen und aktuelle Folgen
Der 31-Jährige ist nicht zum ersten Mal mit Justizbehörden in Konflikt geraten. Auch gegen den mitangeklagten 37-Jährigen erging ein Urteil. Er muss wegen seiner Beteiligung an den Straftaten eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verbüßen. Der aktuelle Prozess, der sich nun mit den drei spezifischen Berliner Taten befasst, wird voraussichtlich am Donnerstag fortgesetzt. Die Kombination aus Bandendiebstahl und dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion stellt dabei eine besonders schwere Form der Straftat dar, die hohe Haftstrafen nach sich zieht.