Weber bietet Opfern nach CSD Berlin Anschlag Hilfe an
Bundesopferbeauftragter Roland Weber bietet Opfern des Anschlags am CSD Berlin Unterstützung an. Das Team koordiniert die Hilfen für Betroffene und Angehörige
Nach einem schweren Anschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin bietet der Bundesopferbeauftragte Roland Weber umfassende Unterstützung für die Betroffenen an. Wie das Bundesjustizministerium mitteilte, steht Weber mit seinem Team den Opfern und Angehörigen zur Seite, um psychosoziale, praktische und finanzielle Hilfen zu vermitteln. Bei dem mutmaßlich islamistischen Angriff wurden nach ersten Erkenntnissen eine Frau getötet und 29 Personen teils schwer verletzt.
Ein mutmaßlicher Islamist hatte nach offiziellen Angaben Menschen angefahren und anschließend weitere mit einer Machete angegriffen. Die Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, in deren Haus die Stelle des Opferbeauftragten angesiedelt ist, zeigte sich erschüttert von der Tat. Sie betonte, dass die Tat mit aller Konsequenz aufgeklärt und verfolgt werde.
Unterstützung durch erfahrenen Opferanwalt
Roland Weber nimmt das Amt des Bundesopferbeauftragten für die Anliegen von Betroffenen von terroristischen und extremistischen Anschlägen im Inland seit Januar 2025 wahr. Er ist nicht neu in diesem Bereich: Der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht ist seit über 20 Jahren im Opferschutz tätig und war bereits seit 2012 Opferbeauftragter des Landes Berlin. Seine Expertise bezieht er aus der Betreuung von Opfern zahlreicher schwerer Anschläge, darunter die Attentate auf dem Breitscheidplatz 2016, in Halle 2019, Hanau 2020 sowie dem Magdeburger Weihnachtsmarkt 2024.
Weber wurde für sein Engagement mehrfach ausgezeichnet. So erhielt er 2018 den Verdienstorden des Landes Berlin und 2022 von Queen Elisabeth II. den MBE (Member of the British Empire) für seine Verdienste um den britisch-deutschen Opferschutz. Als zentraler Ansprechpartner für Betroffene koordiniert er nun die Hilfe nach dem CSD-Anschlag, um sicherzustellen, dass die Opfer die notwendige Versorgung erhalten.
Reaktion aus der Bundespolitik
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) distanzierte sich deutlich von dem Vorfall und bekräftigte die Solidarität mit der queeren Community. In ihrer Erklärung hob sie hervor, dass solche Taten fundamentale Werte unserer Gesellschaft angreifen. Die Tat werde mit aller Konsequenz aufgeklärt und verfolgt, so die Ministerin weiter. Der Bundesopferbeauftragte ist dabei eine wichtige Instanz, da er die Schnittstelle zwischen Betroffenen und staatlichen Hilfsstrukturen bildet.
Rahmen des Christopher Street Day 2026
Der Angriff ereignete sich am Rande des 48. Berliner CSD, der 2026 erstmals an zwei Tagen stattfand. Die Demonstration fand am 24. und 25. Juli unter dem Motto „Haltung ist hot“ statt, mit einem Fokus auf Demokratie und der bevorstehenden Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026. Es war eine der größten Demonstrationen für Vielfalt und Menschenrechte in Europa, mit 83 Fahrzeugen und 55 Fußgruppen, die Hunderttausende Besucher anlockten.
Trotz der feierlichen Stimmung und des großen Zuspruchs am Wochenende hat die Gewalttat für ein abruptes Ende der Feierlichkeiten gesorgt. Die Ermittlungsbehörden arbeiten nun daran, den mutmaßlichen Täter zu fassen und die Hintergründe des Anschlags zu klären. Für die Opfer steht die Betreuung durch die zuständigen Stellen im Vordergrund.