Viele gedenken am Brandenburger Tor nach CSD Anschlag
Hunderte gedenken am Brandenburger Tor den Opfern eines Anschlags am Rande des Berliner Christopher Street Days. Ein Verdächtiger wurde bei einem Polizeieinsatz erschossen
Nach einem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) haben sich am Sonntagabend Hunderte Menschen am Brandenburger Tor versammelt. Auf dem Pariser Platz legten Teilnehmer Blumen nieder, zündeten Kerzen an und hielten Regenbogenflaggen hoch. Die Stimmung war von Trauer, Entsetzen und Solidarität geprägt, während die Polizei weiterhin für Ordnung sorgte. Ein Hubschrauber kreiste über dem teilweise abgesperrten Gelände.
Opfer und Tathergang
Der Vorfall ereignete sich am 26. Juli 2026. Bei dem Angriff kam eine polnische Staatsbürgerin ums Leben, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Die Sicherheitsbehörden stuften den mutmaßlichen Täter Wochen vor der Tat als „Hochrisikoperson“ ein. Das Berliner Landeskriminalamt filmte ihn eine Stunde vor der Tat heimlich. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen, da es sich um einen Fall von islamistischem Terror handelt.
Verdächtiger und Polizeieinsatz
Der mutmaßliche Täter, 21 Jahre alt und dem islamistischen Spektrum zugeordnet, hieß Abdul B. Er wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz in einer Berliner Gartenparzelle in Spandau erschossen. Damit endete die intensive Fahndung, die zuvor über den Tag hinweg andauerte.
Gedenken und politische Reaktionen
Viele Teilnehmer hielten Plakate und Banner hoch, darauf stand etwa „Hass ist tödlich“, „Ein Angriff auf eine Person ist ein Angriff auf uns alle“ oder „We will dance again“. An der Bühne hing zudem ein Banner mit der Aufschrift „Protect queer lives“. Die Menschen vor Ort hielten eine Schweigeminute ab, um der Opfer zu gedenken. Das Gelände war teils durch Absperrungen gesichert, auch dahinter beteiligten sich viele Menschen an dem Gedenken.
Aus der Politik erreichten deutliche Worte das Gedenken. Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte auf den Vorfall:
„Angriff auf unsere Freiheit und unsere freiheitliche Gesellschaft“
Er kündigte zudem entschlossene Reaktionen an.
Hintergrund zum CSD in Berlin
Der Christopher Street Day ist in Berlin eine feste Größe im kulturellen Kalender. Der erste CSD in Berlin fand am 30. Juni 1979 in West-Berlin statt. Unter dem Motto „Gay Pride“ gingen damals 450 Demonstranten auf die Straße. Im Jahr 2026 fand der CSD Berlin erstmals an zwei Tagen statt: Am Freitagabend gab es eine Kundgebung am Brandenburger Tor, am Samstag folgte der große Umzug durch die Hauptstadt.