Wasserschutzpolizei sucht mit Tauchern nach vermisstem 20-Jährigen im Werbellinsee
Die Wasserschutzpolizei sucht mit Tauchern nach einem 20-Jährigen, der beim Schwimmen im Werbellinsee spurlos verschwunden ist
Erneut hat die Wasserschutzpolizei Taucher auf den Grund des Werbellinsees geschickt, um nach einem vermissten 20-Jährigen zu suchen. Der junge Mann ist am Montag beim Schwimmen im zweittiefsten See Brandenburgs spurlos verschwunden. Nachdem in den vergangenen Tagen bereits Unterwasserdrohnen zum Einsatz kamen, um das Suchgebiet präzise einzugrenzen, hoffen die Einsatzkräfte nun, den Untergegangenen mit dem direkten Tauchereinsatz zu finden.
Der Vorfall ereignete sich bei Altenhof im Landkreis Barnim. Der Mann war gemeinsam mit seiner Freundin auf einem Tretboot unterwegs, als er beschloss, ins Wasser zu gehen. Während er schwamm, tauchte er ab und kam nicht wieder an die Oberfläche. Seine Begleiterin, die sich nicht im Wasser befunden hatte, alarmierte umgehend die Polizei. Seitdem läuft eine großangelegte Suchaktion, bei der die besonderen Gefahren des Gewässers eine zentrale Rolle spielen.
Gefährliche Tiefe und versunkene Wracks
Der Werbellinsee ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern gilt aufgrund seiner Beschaffenheit als einer der gefährlichsten Seen der Region. Mit einer maximalen Tiefe von rund 55 Metern ist er nach dem Stechlinsee der zweittiefste natürliche See in Brandenburg. Die tiefste Stelle des Gewässers liegt dabei sogar 12 Meter unter dem Meeresspiegel. Diese enorme Tiefe, gepaart mit der oft kalten Wassertemperatur, macht eine Suche und Rettung extrem schwierig.
Besonders tückisch ist zudem die Historie des Sees. Er gilt nach dem Bodensee als der zweitgrößte Schiffsfriedhof Europas. Zahlreiche versunkene Bootswracks aus verschiedenen Epochen liegen auf dem Grund und können die Taucherarbeit behindern. Der See entstand als Rinnensee in der letzten Eiszeit und liegt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Neben den archäologischen Funden gibt es am Ufer unter anderem die Europäische Jugend- und Erholungs-Begegnungsstätte Werbellinsee, die ehemals als Pionierrepublik Wilhelm Pieck bekannt war.
Die Suche konzentriert sich derzeit auf den Bereich bei Altenhof, einem Ortsteil der Gemeinde Schorfheide, der direkt am Ufer liegt. Die Wasserschutzpolizei setzt dabei auf eine Kombination aus moderner Technik und menschlicher Erfahrung: Die Unterwasserdrohnen dienten dazu, den Bereich zu scannen, in dem der Schwimmer zuletzt gesehen wurde, bevor die Taucher das Wasser für die manuelle Suche durchkämmen. Der 20-Jährige stammt aus Berlin; seine Freundin befindet sich weiterhin in Begleitung der Behörden.