Bundeswehr und Feuerwehr bekämpfen Großbrand im Müritz-Nationalpark trotz Munitionsresten aus der Luft
Einsatzkräfte aus ganz Deutschland bekämpfen einen Großbrand im Müritz-Nationalpark, wobei Munitionsreste einen direkten Bodeneinsatz unmöglich machen. Die Brandenburger Feuerwehr hat ihr komplettes Hochleistungs-Fördersystem vor Ort gebracht, um die Löscharbeiten aus der Distanz zu unterstützen
Seit gestern unterstützen Einsatzkräfte der Brandenburger Feuerwehr den Großbrand im Müritz-Nationalpark. Inzwischen wurde das komplette Hochleistungs-Fördersystem (HFS) der Feuerwehr Brandenburg an die Einsatzstelle beordert. Dazu gehören der HFS-Tatra mit seinem Schlauchcontainer, ein Gerätewagen, ein Kommandowagen sowie ein weiterer Gerätewagen. Damit ist die gesamte technische Einheit der Brandenburger Feuerwehr vor Ort, um die Löscharbeiten aus Mecklenburg-Vorpommern zu verstärken.
Logistische Meisterleistung
Mit dem HFS-System konnten die Brandenburger die Wasserversorgung entscheidend verbessern. Die Einsatzkräfte haben die bestehenden Schlauchleitungen erweitert, um Wasser in einen von Kräften aus Bayern aufgestellten Faltbehälter zu pumpen. Durch diese Erweiterung werden nun insgesamt 77 Kreisregner mit Wasser versorgt, die das Brandgebiet aus der Distanz kühlen.
Der Einsatz wird als logistische Meisterleistung bezeichnet. Das professionelle Zusammenwirken aller Kräfte, darunter auch des Technischen Hilfswerks (THW) und der Bundeswehr, sei beeindruckend. Besonders hervorgehoben wurde die große Dankbarkeit der Bevölkerung vor Ort, die die Helfer mit Essen und Trinken versorgt. Heute wurden die zuerst im Einsatz befindlichen Kameraden zudem durch weitere frische Kräfte aus den Brandenburger Wehren abgelöst.
Munition behindert die Löscharbeiten
Die Brandbekämpfung stößt auf ein massives Hindernis: Das Feuer breitet sich auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz aus. Im Boden liegen noch Munitionsreste aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und der DDR, darunter auch große Panzerabwehrminen. Aus Sicherheitsgründen dürfen die Einsatzkräfte das Brandgebiet nicht betreten und müssen einen Sicherheitsabstand von rund 1.000 Metern einhalten. Eine direkte Brandbekämpfung am Boden ist dadurch unmöglich.
Um die Flächen dennoch zu bewässern, greift nun auch die Bundeswehr von oben ein. Seit dem 16. Juli unterstützen zwei CH-53-Hubschrauber des Hubschraubergeschwaders 64 aus Holzdorf die Feuerwehr. Sie werfen Wasser aus der Luft auf die Flammen, wo Bodentruppen nicht hinkommen. Insgesamt sind rund 400 Einsatzkräfte aus ganz Deutschland vor Ort, um das Feuer einzudämmen.
Ausbreitung und Evakuierung
Das Brandgebiet hat sich inzwischen auf rund 360 Hektar Waldfläche ausgeweitet. Zwar breitet sich das Feuer weiter aus, jedoch langsamer als in den vergangenen Tagen. Der Wind hat sich gedreht, was die Lage für die Einsatzkräfte etwas entlastet, aber auch neue Risiken birgt. Der Ort Granzin bleibt weiterhin evakuiert; etwa 400 Menschen sind von der Räumung betroffen. Auch die Granziner Mühle ist von der Evakuierung betroffen.
Landwirte in der Region wurden aufgefordert, mit Eggen und Wassertanks zur Unterstützung beizutragen, um neue Brände auf den Feldern eigenständig zu löschen. Sollte sich das Feuer weiter ausbreiten, könnte auch die Bahnstrecke Berlin-Rostock gefährdet sein. Die Lage bleibt angespannt, während die Helfer aus ganz Deutschland weiterhin mit Hochdruck gegen die Flammen kämpfen.