Polizei und Zoll räumen Crystal-Meth-Labor im Ludwigsfelder Industriepark Ost
Polizei und Zoll räumen nach einer Großrazzia ein illegales Crystal-Meth-Labor im Ludwigsfelder Industriepark Ost, wobei sieben Festnahmen vorgenommen wurden und Experten nun die gefährlichen Chemikalien entsorgen
Polizei und Zollfahnder setzen ihren Einsatz in einem illegalen Drogenlabor zur Herstellung synthetischer Rauschgifte nahe Berlin fort. Im Industriepark Ost in Ludwigsfelde, einem Gewerbegebiet, das normalerweise von großen Unternehmen wie Mercedes-Benz und MTU Aero Engines geprägt ist, konzentrieren sich die Behörden nun auf die Räumung und fachgerechte Entsorgung von Restchemikalien. Der Sprecher des Zollfahndungsamtes, Christian Lanninger, bestätigte, dass Spezialisten in Schutzanzügen die Lage analysieren. Man hoffe, den Einsatz im Tagesverlauf des Freitags abschließen zu können.
Nach ersten Erkenntnissen wurde in dem illegalen Labor vor allem die Droge Crystal Meth hergestellt. Die Staatsanwaltschaft Berlin und das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg teilten mit, dass es sich bei dem Stoff um ein hochpotentes Aufputschmittel der chemischen Kategorie Methamphetamin handelt, das eine sehr starke Wirkung und einen hohen Suchtfaktor besitzt. Um die Gefahr durch giftige Dämpfe und Reaktionsprodukte zu minimieren, wurde ein Absperrbereich von rund 30 bis 40 Metern eingerichtet, während eine analytische Taskforce die chemische Gefährdung bewertet.
Großrazzia in Berlin und Brandenburg
Der Fund des Labors ist das Ergebnis einer koordinierten Großaktion, die am Mittwoch (15.07.2026) begann. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchsuchten rund 200 Polizisten und Fahnder nicht nur die Produktionsstätte in Ludwigsfelde, sondern auch 14 weitere Räume und Wohnungen der mutmaßlichen Drogenhändlerbande in Berlin und Brandenburg. Die Ermittlungen deuten auf ein überregional vernetztes Verbrechen hin, da ein Verdächtiger sogar in Heidelberg festgenommen wurde.
Insgesamt sieben mutmaßliche Täter wurden festgenommen: sechs davon in Berlin, einer in Heidelberg. Während ein Verdächtiger bereits wieder entlassen wurde, sollen die übrigen sechs dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts auf bandenmäßiges unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln, was einen Mindeststrafrahmen von fünf Jahren Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann. Am Donnerstag waren noch 40 bis 50 Einsatzkräfte vor Ort, um die Nacharbeiten zu sichern.
Vergleich mit dem Fund in Nauen
Die Entdeckung dieses Drogenlabors erinnert an die noch viel größere illegale Produktionsstätte für synthetische Drogen nordwestlich von Berlin in Nauen im Landkreis Havelland, die Ende Oktober 2025 ausgehoben wurde. Damals sicherten die Behörden 400 Kilogramm Drogen in Kristallform sowie tonnenweise weitere Chemikalien. Im aktuellen Fall in Ludwigsfelde geht es jedoch nach Einschätzung der Behörden nicht um solche Dimensionen. Das Zollfahndungsamt bestätigte zudem, dass der Vorfall in Ludwigsfelde in keinem direkten Zusammenhang mit dem spektakulären Laborfund in Nauen steht.