TBB wirbt für hohe Wahlbeteiligung bei Berliner Wahl

Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg startet eine Kampagne, um Menschen mit Migrationsgeschichte zur Teilnahme an der Abgeordnetenhauswahl am 20. September zu motivieren

TBB wirbt für hohe Wahlbeteiligung bei Berliner Wahl
Symbolfoto · Foto: Yannic Kreß / Unsplash

Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) hat eine umfassende Kampagne gestartet, um die Wahlbeteiligung bei den anstehenden Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen zu steigern. Das Ziel der Initiative ist es besonders, Menschen mit Migrationsgeschichte für die Stimmabgabe zu motivieren und ihre politischen Interessen stärker in den Fokus der Parteien zu rücken. Die Wahlen finden am 20. September 2026 statt.

Hintergrund der Mobilisierung ist die historisch oft geringere Beteiligung dieser Bevölkerungsgruppe, die laut Studien unter dem Durchschnitt der gesamten Bevölkerung liegt. Angesichts des demografischen Wandels ist die Relevanz dieser Kampagne jedoch enorm: Schätzungen zufolge hat Berlin über 40 Prozent Einwohner mit Migrationshintergrund, was die Gruppe zu einem entscheidenden Faktor für den Ausgang der Wahl macht. Der TBB, der 1983 gegründet wurde und heute als überparteilicher Dachverband rund 26 Mitgliedsorganisationen vereint, versteht sich als wichtige Schnittstelle zwischen der türkisch- und muslimischstämmigen Community und der Berliner Politik.

Um die Positionen der Parteien konkret zu erfragen, hat die Organisation sogenannte Wahlprüfsteine an alle zur Wahl antretenden Parteien versandt. In diesen Fragen geht es vorrangig um Themen, die für Menschen mit Migrationshintergrund von besonderer Bedeutung sind, wie etwa Integration, Diskriminierungsschutz und Chancengleichheit. Die eingegangenen Antworten werden von Seiten des TBB veröffentlicht, um den Wählern eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten. Dieser Schritt folgt einer Tradition, die in den letzten Jahren an Schärfe gewonnen hat, da sich die politischen Präferenzen innerhalb der Gruppe gewandelt haben. Während die SPD lange Zeit als stärkste Kraft galt, haben andere Parteien in den letzten Jahren an Zulauf gewonnen.

Podiumsdiskussion mit Spitzenkandidaten

Als zentrales Event der Kampagne lädt der Türkische Bund gemeinsam mit der Alevitischen Gemeinde in Berlin am 31. August zu einer großen Podiumsdiskussion ein. Bei diesem Termin werden die Spitzenkandidaten der Parteien ihre Positionen vor einem kritischen Publikum darlegen. Die Alevitische Gemeinde in Berlin (AABF) fungiert dabei als gleichberechtigter Partner; sie ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt, was ihre Rolle als institutioneller Akteur in der Berliner Zivilgesellschaft unterstreicht.

Die Diskussionsrunde bietet eine seltene Möglichkeit für einen direkten Austausch zwischen den Kandidaten und den Vertretern einer der größten migrantischen Gemeinschaften der Hauptstadt. Der Wahltag am 20. September markiert den Höhepunkt des politischen Prozesses. Wahlberechtigt sind bei der Abgeordnetenhauswahl Deutsche ab 16 Jahren mit mindestens drei Monaten Wohnsitz in Berlin, während bei den Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen auch EU-Bürger ab diesem Alter ihre Stimme abgeben dürfen. Die Kampagne des TBB zielt darauf ab, genau diese breite Basis zu erreichen und die politische Teilhabe nachhaltig zu stärken.