Brandenburger CDU hält Thorsten Frei für Fraktionschef

Die vier CDU-Abgeordneten aus Brandenburg unterstützen den Vorschlag der Unionsspitze, Thorsten Frei als neuen Fraktionsvorsitzenden zu wählen

Die vier CDU-Bundestagsabgeordneten aus Brandenburg haben sich deutlich für Thorsten Frei als künftigen Fraktionsvorsitzenden der Union im Bundestag ausgesprochen. Der aktuelle Chef des Bundeskanzleramts gilt in Potsdam als die richtige Besetzung für das Amt, das der zurückgetretene Jens Spahn vakant zurückließ. „Er ist eine gute Wahl“, sagte der Chef der Brandenburger CDU-Landesgruppe, Sebastian Steineke, gegenüber der Redaktion.

Steineke begründete seine Unterstützung mit Freis langjähriger Erfahrung und persönlicher Nähe zur Landesgruppe. „Er hat immer ein offenes Ohr für uns, steckt durch seine bisherige Tätigkeit als Kanzleramtsminister tief in den Themen und weiß aus der vergangenen Legislaturperiode, wie man die Fraktion organisiert“, so der Abgeordnete. Die Entscheidung der Unionsspitzen um Friedrich Merz und Markus Söder, Frei als Nachfolger vorzuschlagen, stößt in Brandenburg also auf breite Zustimmung.

Gemeinsame Wege seit 2013

Die Verbindung zwischen dem neuen Kandidaten und dem brandenburgischen CDU-Chef im Bundestag reicht weit zurück. Beide zogen im Jahr 2013 in den Bundestag ein und arbeiteten in den folgenden Jahren eng zusammen, unter anderem in der Rechtspolitik. Steineke, der selbst seit seiner Wahl 2013 den Wahlkreis Brandenburg im Parlament vertritt, hob zudem hervor, dass Frei im ersten Halbjahr mehrfach persönlich in Brandenburg gewesen sei. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, betonte Steineke.

Thorsten Frei hat in den vergangenen Jahren einen markanten Aufstieg in der Parteihierarchie vollzogen. Nach seiner Zeit als Parlamentarischer Geschäftsführer (2018–2021) übernahm er 2021 die Leitung des Bundeskanzleramts. Nun soll er, offiziell nominiert am 22. Juli, die Führung der Fraktion übernehmen. Die CDU/CSU-Abgeordneten werden die endgültige Entscheidung am Mittwoch, dem 29. Juli 2026, in einer Sondersitzung treffen.

Rücktritt von Jens Spahn im Fokus

Der Weg für Freis Kandidatur wurde durch den überraschenden Rücktritt von Jens Spahn geebnet. Der bisherige Fraktionschef legte sein Amt am 18. Juli nieder, nachdem bekannt wurde, dass er mit seinem Ehemann Daniel Funke mittels einer Leihmutter in den USA Eltern geworden war. Diese Information löste sofort scharfe Kritik aus, da die Leihmutterschaft in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz strafbar ist.

Die CDU hatte sich in der Vergangenheit wiederholt gegen eine Legalisierung von Leihmutterschaften ausgesprochen. Spahns eigenes Vorgehen wurde daher von vielen Parteifreunden als Widerspruch zur eigenen Politik gewertet. Kritik kam unter anderem von CDU-Landeschef Daniel Peters aus Mecklenburg-Vorpommern sowie von der Senioren-Union, die von „Doppelstandards“ sprach.

Der Rücktritt Spahns hat die Fraktion vor eine neue Herausforderung gestellt, doch die Stimmung scheint stabil. Mit Thorsten Frei wird ein Mann nominiert, der nicht nur die notwendigen organisatorischen Fähigkeiten mitbringt, sondern auch in der politischen Praxis bewährt ist. Die Brandenburger Abgeordneten sehen in ihm einen Mann, der die Einheit der Fraktion wahren und die Interessen der Landesgruppe auch in der neuen Funktion vertreten wird.