Stützrampe hebt Wasserstand in Schwarzer Elster an

In Südbrandenburg wird eine massive Stützrampe aus Wasserbausteinen errichtet, um den durch Entschlammung gesenkten Flussstand der Schwarzen Elster zu stabilisieren

Stützrampe hebt Wasserstand in Schwarzer Elster an
Symbolfoto · Foto: Sergei Wing / Unsplash

In der Schwarzen Elster in Südbrandenburg wird erneut ein Eingriff in das Flussbett vorgenommen, um die Wasserführung zu stabilisieren. Seit der Entschlammungsaktion des vergangenen Jahres fehlte dem Gewässer an manchen Stellen das nötige Gefälle. Um dem entgegenzuwirken, soll ab diesem Mittwoch eine massive Stützrampe errichtet werden, die den Wasserstand lokal um bis zu 30 Zentimeter anheben und so die Lebensbedingungen für Fischarten wie Barbe, Rapfen und das gefährdete Flussneunauge verbessern soll.

Die Notwendigkeit des Bauprojekts ist direkt mit den Maßnahmen von 2025 verknüpft. Damals musste aus dem Flussbett zwischen Plessa und Kahla bräunlicher Eisenhydroxid-Schlamm gebaggert werden, der als Folge des historischen Braunkohleabbaus in der Lausitz entstanden war und den Abfluss des Wassers behindert hatte. Durch diese Beseitigung des Schlammes senkte sich der Flussgrund in diesem Abschnitt durchschnittlich um 40 bis 50 Zentimeter ab. Dieser Abtrag führte dazu, dass das Wasser in heißen Sommermonaten schneller abfloss und stellenweise sogar komplett versiegte, was die ökologischen Bedingungen für die ansässigen Tierarten verschlechterte.

Technische Lösung mit Wasserbausteinen

Als Antwort auf diese Veränderung plant das Landesamt für Umwelt (LfU) den Einbau einer stabilisierenden Stützrampe. Das Bauwerk wird unterhalb der Brücke in Plessa errichtet. Dafür sollen mehr als 200 Tonnen Wasserbausteine in das Flussbett eingebracht und abschließend mit einer Kiesschicht abgedeckt werden. Diese Konstruktion ist ein klassisches wasserbauliches Mittel zur Sohlstabilisierung, das ohne den Bau einer festen Staumauer auskommt. Sie dient dazu, das Gefälle des Flussbettes lokal auszugleichen und den Wasserspiegel oberhalb der Rampe dauerhaft zu halten.

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Landesanglerverband Brandenburg umgesetzt. Beide Institutionen verfolgen das Ziel, die ökologische Durchgängigkeit und die Wasserführung des Flusses langfristig zu sichern. Die Bauarbeiten sind so geplant, dass sie noch im Juli 2026 abgeschlossen sein sollen.

Ökologische Bedeutung und Hochwasserschutz

Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der Wasserhaltung, sondern besonders auf dem Schutz der Biodiversität. Die Schwarze Elster, die im Lausitzer Bergland in Sachsen entspringt und über die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster nach Sachsen-Anhalt zur Elbe fließt, ist mit einer Länge von 179 Kilometern einer der am stärksten regulierten Flüsse Deutschlands. Durch die Absenkung des Flussbettes waren Laichgründe und Lebensräume gefährdeter Arten bedroht. Das Flussneunauge (Petromyzon planeri) ist beispielsweise auf strömungsarme, saubere Gewässerabschnitte mit Kiesgrund angewiesen, die durch die Stützrampe wiederhergestellt werden sollen.

Gleichzeitig versichert das Umweltministerium, dass der Hochwasserschutz durch das neue Bauwerk nicht beeinträchtigt wird. Die Dimensionierung der Rampe ist so gewählt, dass sie bei Hochwasserereignissen problemlos überströmt werden kann, sodass keine Stauungen entstehen, die zu Überschwemmungen anliegender Flächen führen könnten. Mit dem Beginn der Arbeiten an diesem Mittwoch setzt Südbrandenburg einen weiteren wichtigen Schritt in der Anpassung des Flusses an die veränderten hydrologischen Verhältnisse.