Puhlstrom im Unterspreewald wieder für Boote befahrbar

Der Puhlstrom im Unterspreewald ist nach Abschluss der Sicherungsarbeiten gegen den Eichenprozessionsspinner wieder für den Bootsverkehr freigegeben

Im Unterspreewald haben sich die Aussichten für Bootsfahrer verbessert: Mehrere Wasserwege, die zuvor wegen einer starken Invasion des Eichenprozessionsspinners gesperrt waren, sind nun wieder für den Bootsverkehr freigegeben. Das Umweltministerium in Potsdam bestätigte die Aufhebung der Beschränkungen für bestimmte Strecken. Besonders erfreulich für Urlauber ist die Freigabe des Puhlstroms, der als erstes Fließ nach Abschluss der Sicherungsarbeiten am 16. Juli 2026 wieder befahrbar ist.

Die Entscheidung fiel nach intensiven Abwehrmaßnahmen, bei denen nicht nur die Raupen selbst, sondern auch die Gefahr von umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen beseitigt werden musste. Eine Sprecherin des Ministeriums betonte, dass die Gesundheitsgefahren nun als gebannt gelten. Zu den neu freigegebenen Abschnitten gehören der Krausnicker Strom von Puhlstrom bis zum Krausnicker Wehr, der Puhlstrom von Schiwanstrom bis zum Unteren Puhlstromwehr sowie der Nebenfluss „Schnelle Kathrin“, die teilweise den Schiwanstrom bilden.

Weiterhin gesperrte Gewässer

Trotz der positiven Entwicklung bleiben einige wichtige Wasserwege im Unterspreewald weiterhin für den Bootsverkehr gesperrt. Die Behörden mussten die Sicherungsarbeiten zeitweise einstellen, um die eigene Gesundheit der Einsatzkräfte zu schützen, da die winzigen Brennhaare der Raupen im Wind verweht wurden und die Arbeiter gefährdeten. Bis diese Arbeiten vollständig abgeschlossen sind, gilt das Verbot unter anderem für die Wasserburger Spree, die Pfahlspreede, den Dresslerstrom und den Krügerstrom. Hier besteht die Gefahr von umstürzenden Bäumen noch nicht als vollständig beseitigt.

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg führt die komplexen Sicherungsmaßnahmen durch, während das Landesamt für Umwelt (LfU) erst nach einer abschließenden Kontrolle das Freigabezeichen erteilt. Die zuständigen Ministerien hatten in den vergangenen Tagen die Notwendigkeit schnellen Handelns betont, da der unerwartet starke Befall die Tourismussaison gefährdete. Die Sperrungen sind Teil eines koordinierten Vorgehens, um sowohl den Naturschutz als auch die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten.

Gesundheitsrisiko durch Brennhaare

Der Eichenprozessionsspinner hat sich in Brandenburg in diesem Jahr landesweit besonders stark verbreitet, was Experten auf milde Winter und klimatische Veränderungen zurückführen. Die winzigen Brennhaare der Raupen enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das auch nach dem Absterben der Tiere jahrelang allergieauslösend wirken kann. Bereits ein kurzer Kontakt kann bei Menschen und Tieren Hautreizungen mit starkem Juckreiz und Quaddeln auslösen.

Noch gefährlicher sind jedoch die Folgen für die Atemwege und die Augen. Die im Wind verwehten Haare können schwere Atemwegserkrankungen, Husten, asthmaartige Beschwerden sowie Bindehautentzündungen verursachen. Paddler und Bootsfahrer sollten daher auch außerhalb der offiziell gesperrten Gebiete wachsam sein und bei Eichen in der Nähe der Gewässer besonders vorsichtig agieren.

Unterschiedliche Lage im Oberspreewald

Während der Unterspreewald mit seinen Eichenbeständen betroffen ist, bleibt der Oberspreewald von den Sperrungen verschont. Die Gebiete um Lübbenau, Lehde und Leipe sind überwiegend von Erlen, Eschen und Pappeln geprägt, sodass dort keine Einschränkungen aufgrund des Eichenprozessionsspinners bestehen. Bootsverleihe haben bestätigt, dass im Oberspreewald uneingeschränkter Betrieb möglich ist.

Für Urlauber bedeutet dies eine klare Orientierung: Wer sicher und ohne Gesundheitsrisiko paddeln möchte, sollte derzeit bevorzugt den Oberspreewald ansteuern oder die Freigabemeldungen für den Unterspreewald genau verfolgen. Die Behörden arbeiten kontinuierlich daran, weitere Abschnitte nach Abschluss der Arbeiten freizugeben, um die wirtschaftlichen Folgen für die Region so gering wie möglich zu halten.