Studierende der Hochschule Magdeburg-Stendal entwerfen neue Konzepte für das Puppentheater Magdeburg

Studierende der Hochschule Magdeburg-Stendal präsentieren ab dem 17. Juli im Puppentheater Magdeburg neue Konzepte für nachhaltigen Puppenbau und Archivierung

Studierende der Hochschule Magdeburg-Stendal entwerfen neue Konzepte für das Puppentheater Magdeburg
Symbolfoto · Foto: Kyle Head / Unsplash

Wie könnte das Puppentheater von morgen aussehen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Zukunft p. – New Spaces“, die ab dem 17. Juli im Foyer des Puppentheaters Magdeburg zu sehen ist. Das Projekt ist das Ergebnis einer engen Kooperation zwischen dem traditionsreichen Haus und der Hochschule Magdeburg-Stendal. Gefördert wird die Initiative im Rahmen des Bundesprogramms „Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen“ der Kulturstiftung des Bundes, das gezielt die Transformation von Kulturinstitutionen durch digitale und nachhaltige Innovationen vorantreiben will.

Neue Perspektiven durch Design und Ingenieurskunst

Gezeigt werden kreative Arbeiten von Studierenden des Instituts für Industrial Design. In speziellen Seminaren haben sie sich mit den Herausforderungen des modernen Puppenbaus auseinandergesetzt. Unter der Leitung von Cora Gebauer und Gilian Gerke im Kurs „Material Advanced“ sowie von Mathias Bertram im Bereich „Rapid Prototyping“ entwickelten die Studierenden Objekte und Konzepte, die die klassische Puppenbaukunst mit Design und Ingenieurswissenschaften auf innovative Weise verbinden. Dabei ging es nicht nur um ästhetische Fragen, sondern explizit um die Entwicklung nachhaltiger Materialien und neuer Methoden zur Archivierung der wertvollen Puppensammlung.

„Ich bin begeistert, wie kreativ und durchdacht die Studierenden den Puppenbau angegangen sind“, sagt Intendantin Sabine Schramm. Sie leitet das 1958 gegründete Haus, das als eines der wenigen eigenständigen Figurentheater in Deutschland mit festem Ensemble gilt und seit 2012 den Titel „Ehrenbotschafter der Landeshauptstadt Magdeburg“ trägt. „Auch die Konzepte zu nachhaltigen Materialien und zur Archivierung liefern wichtige Impulse für unsere Arbeit.“

Ein dynamischer Lernprozess

Auch die Projektleiter ziehen eine positive Bilanz. Moritz von Schurer, Leitender Dramaturg am Theater, und Dr. Carolin Ott, Wissenschaftskommunikatorin, betonten den Mehrwert des direkten Austauschs. „Es hat riesigen Spaß gemacht zu sehen, wie engagiert sich die Studierenden in dieses für sie völlig neue Themenfeld eingearbeitet haben“, so von Schurer. Der Prozess reichte vom Theaterbesuch über den Semesterauftakt bis hin zu intensiven Treffen mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Puppenbau, Spiel, Dramaturgie und Theaterpädagogik. „Im direkten Austausch entstand über das gesamte Semester hinweg ein extrem dynamischer Lernprozess“, ergänzte Ott.

Die Zusammenarbeit soll nach diesem ersten Meilenstein nicht enden. Alle Beteiligten haben vereinbart, die Kooperation auch im Wintersemester 2026/27 fortzusetzen. Dies unterstreicht das langfristige Ziel des Theaters, die Produktion von Figuren weiter in Richtung digitaler und nachhaltiger Verfahren zu entwickeln.

Besuchstermine und Ort

Die Ausstellung kann ab Freitag, 17. Juli, von 10 bis 22 Uhr besichtigt werden. Am Samstag, 18. Juli, und am Sonntag, 19. Juli, sowie am Montag, 20. Juli, ist das Foyer jeweils von 16 bis 22 Uhr geöffnet. Der Veranstaltungsort ist das Puppentheater Magdeburg in der Warschauer Straße 25 im Stadtteil Buckau. Das Gebäude, das seit 1958 an diesem Standort steht und 2003 umfassend saniert wurde, bietet damit wieder einen neuen Blickwinkel auf die Zukunft des Figurentheaters.