Sarah Connor tritt ohne Gage beim Berliner CSD auf
Sarah Connor tritt am Samstag als Surprise Act ohne Gage bei der Abschlusskundgebung des Berliner CSD am Brandenburger Tor auf
Am Samstag wird die Abschlusskundgebung des Berliner Christopher Street Days (CSD) am Brandenburger Tor zu einem besonderen Höhepunkt der diesjährigen Pride-Veranstaltungen: Die Sängerin Sarah Connor tritt als Surprise Support Act auf und verzichtet dabei vollständig auf eine Gage. Die Veranstalter des CSD-Vereins bedankten sich ausdrücklich für diese solidarische Unterstützung, die die Verbindung zwischen der Pop-Größe und der queeren Community unterstreiche.
Connor betonte, dass sie sich riesig freue, endlich wieder beim CSD dabei sein zu können. „Die queere Community hat mich immer unterstützt“, sagte die Sängerin laut Mitteilung der Veranstalter. Nachdem es in den vergangenen Jahren aufgrund ihres dichten Tourplans nicht mit einem Auftritt geklappt hatte, sei sie nun hochmotiviert, ihr Publikum in Berlin live zu erleben. Ihre Verbundenheit zur Szene hat sie bereits in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, etwa in einem dpa-Interview, in dem sie die queere Welt als der „hetero-monogamen Welt meilenweit voraus“ in Bezug auf Gelassenheit und offenes Denken bezeichnete.
Ein historisches CSD-Wochenende
Der Berliner CSD 2026 markiert einen besonderen Meilenstein, da die Veranstaltung erstmals über zwei Tage verteilt stattfindet. Während am Freitag, dem 24. Juli, ein „Demokratieabend“ den Auftakt bildete, steht am Samstag, den 25. Juli, die große Parade im Fokus. Dieses neue Format soll die politische Reichweite der Demonstration stärken, insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Berliner Abgeordnetenhauswahl im September.
Das diesjährige Motto „Haltung ist hot“ zielt dabei gezielt auf die Mobilisierung junger Wähler ab, die erstmals ab 16 Jahren an der Wahl teilnehmen dürfen. Der CSD-Verein betont, dass die Veranstaltung mehr sein soll als nur ein Fest: Sie verbinde „queere Sichtbarkeit mit einem klaren Bekenntnis zu Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlichem Zusammenhalt“. Marcel Voges, Vorstand des Berliner CSD e. V., würdigte Connors Auftritt als eine große Ehre für die gesamte Community.
Parade und politische Forderungen
Die eigentliche Parade zog mit 83 Wagen und mehreren Hunderttausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch die Berliner Innenstadt. Der Zug startete am Leipziger Platz, führte über den Nollendorfplatz und endete traditionell am Brandenburger Tor. Neben der feierlichen Atmosphäre stehen auch konkrete politische Forderungen im Vordergrund. Der Berliner CSD e. V. fordert in seiner aktuellen Kampagne unter anderem die Bewerbung Berlins für den World Pride im Jahr 2032.
Ein weiterer zentraler Punkt der Forderungen ist der Schutz queerer Räume vor Verdrängung. Sarah Connors Engagement passt perfekt in dieses politische Klima. Ihr Song „Vincent“ aus dem Jahr 2019 gilt in der queeren Community als inoffizielle Hymne für das Coming-out und löste damals eine breite, positive Debatte in der deutschen Popkultur aus. Mit ihrem kostenlosen Auftritt am Samstag leistet sie nun einen weiteren wichtigen Beitrag für die Sichtbarkeit und Akzeptanz der queeren Lebensweisen in der Hauptstadt.