Danger Dan und Igor Levit geben Berliner Benefizkonzert

Nach der ZDF-Absage ihres Songs „Keine Angst" gibt Danger Dan mit Igor Levit ein Benefizkonzert im Berliner Columbia Theater, dessen Erlös dem Verein Opferperspektive zugutekommt

Nach der kurzfristigen Absage eines Auftritts von Danger Dan im ZDF plant der Musiker ein alternatives Konzert in Berlin. Gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit tritt er am Dienstagabend um 21.00 Uhr im Columbia Theater auf. Mit dem Song „Keine Angst“ wollen die beiden Künstler laut ihrer Agentur die Kunstfreiheit zelebrieren. Der Auftritt wird zudem live über YouTube gestreamt, sodass auch ein breites Publikum außerhalb des Theaters teilhaben kann.

Der gesamte Erlös aus dem Ticketverkauf kommt dem Verein Opferperspektive zugute. Die Organisation, die ihren Sitz in Potsdam hat, ist seit 1998 die erste Beratungsstelle in Deutschland für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Sie fungiert als zentrale Anlaufstelle in Brandenburg und wird durch Programme wie „Demokratie leben!“ sowie das Landesprogramm „Tolerantes Brandenburg“ gefördert. Die Entscheidung, den Gewinn genau diesem Träger zukommen zu lassen, unterstreicht die politische Botschaft der Veranstaltung.

Kontroverse um den Song „Keine Angst“

Ursprünglich war Danger Dan für die 100. Ausgabe der Satiresendung „Die Anstalt“ vorgesehen. In dieser Jubiläumssendung, die sich mit den Themen Radikalisierung und Wehrhaftigkeit der Demokratie auseinandersetzt, sollte der Rapper sein neues Lied „Keine Angst“ präsentieren. Die Sendung wurde bereits vorab im Stream veröffentlicht und läuft am Dienstag um 22.15 Uhr im linearen Programm des ZDF. In der bereits veröffentlichten Vorab-Version der Sendung kritisierten die Moderatoren die kurzfristige Streichung des Auftritts deutlich.

Das ZDF begründete die Absage damit, dass der Text des Songs als Anleitung zum politischen Extremismus missverstanden werden könnte. Der Sender verweist auf Programmrichtlinien, die Aufrufe zu Gewalt oder Selbstjustiz ausschließen. Konkret werden im Liedtext Vornamen bekannter Linksextremisten genannt, was in der Bewertung des Senders die Grenze zur Propagierung rechtswidriger Taten überschreitet. Diese Einschätzung wird in einer dokumentarischen Aufarbeitung in der Sendung „aspekte“ am Samstagabend weiter beleuchtet, in der zahlreiche Experten zu Wort kommen.

Positionierung zu Kunstfreiheit

Danger Dan selbst wertet die Entscheidung des Senders als massiven Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. In einer Stellungnahme gegenüber Spiegel Online bestritt er, in dem Song zu kriminellen Aktionen aufgerufen zu haben. Vielmehr gehe es ihm darum, aufzuzeigen, wie wirksame Strukturen gegen den Faschismus aufgebaut werden können.

Die Wahl des Konzertpartners Igor Levit unterstreicht diese Haltung. Der international bekannte Pianist engagiert sich seit Jahren öffentlich für politische Themen und kritisiert regelmäßig rechte Gewalt sowie Einschränkungen der künstlerischen Freiheit. Das gemeinsame Konzert im Berliner Columbia Theater wird somit zu einer symbolischen Geste für den Streit um die Grenzen des Sagbaren in der aktuellen politischen Debatte.