Privatkrankenversicherungen in Sachsen-Anhalt nehmen zu

Der Anteil der Haushalte in Sachsen-Anhalt mit einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung ist zwischen 2018 und 2023 deutlich auf 36 Prozent gestiegen

Deutlicher Trend zu privaten Krankenversicherungen

Die Menschen in Sachsen-Anhalt sichern sich verstärkt gegen gesundheitliche Risiken ab. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes verfügten im Jahr 2023 bereits 36 Prozent der Haushalte über eine zusätzliche private Krankenversicherung. Damit hat sich der Anteil seit 2018, als er noch bei 22 Prozent lag, deutlich erhöht. Dieser Anstieg ist im Vergleich zu anderen Versicherungssparten am stärksten ausgefallen. Auch private Pflegezusatzversicherungen legten zu, jedoch nur moderat um drei Prozentpunkte auf insgesamt sieben Prozent der Haushalte.

Rückgang bei Lebens- und Unfallversicherungen

Ganz anders entwickelt sich die Absicherung bei anderen klassischen Produkten. Private Unfallversicherungen haben an Bedeutung verloren: Während 2018 noch 56 Prozent der Haushalte eine solche Police besaßen, waren es 2023 nur noch 50 Prozent. Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei der Altersvorsorge durch kapitalbildende Lebensversicherungen. Der Anteil der Haushalte, die damit für das Alter vorsorgen, sank von 31 Prozent im Jahr 2018 auf 26 Prozent im Jahr 2023.

Andere Formen der privaten Rentenabsicherung blieben hingegen stabil. Etwa jeder fünfte Haushalt (21 Prozent) verfügte über eine private Rentenversicherung, und rund jeder vierte Haushalt (24 Prozent) nutzte Riester-, Basis- oder Rürup-Rentenversicherungen.

Haftpflicht und Hausrat dominieren das Versicherungsbild

Trotz der Verschiebungen bei den Vorsorgeprodukten bleiben zwei Versicherungen die unangefochtenen Spitzenreiter in Sachsen-Anhalt. Private Haftpflicht- und Hausratversicherungen sind mit jeweils 86 Prozent der Haushalte am weitesten verbreitet. Die Haftpflicht schützt vor Schäden, die man anderen versehentlich zufügt, während die Hausratversicherung den eigenen Besitz abdeckt.

Auch im Bereich der Mobilität ist die Absicherung hoch, was vor allem auf die gesetzliche Verpflichtung zurückzuführen ist. Für Haushalte mit Kraftfahrzeugen ist die Kfz-Haftpflicht eine Pflichtversicherung. Hinzu kommen oft Teil- oder Vollkaskoversicherungen, die Schäden am eigenen Fahrzeug abdecken. Insgesamt besaßen 77 Prozent der Haushalte in Sachsen-Anhalt mindestens einen Kfz-Haftpflicht- und/oder Kaskoversicherungsbrief.

Methodische Hinweise zur Erhebung

Die aktuellen Zahlen basieren auf der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Jahres 2023. Dabei handelte es sich um eine freiwillige Befragung von rund 1.600 Haushalten in Sachsen-Anhalt, die im Fünf-Jahres-Turnus durchgeführt wird. Die Erhebung unterlag 2023 jedoch erheblichen methodischen Änderungen. So wurde erstmals eine App zur Datenerfassung genutzt, und die Teilnehmer konnten ihre Ausgaben freier eintragen.

Aufgrund dieser Neugestaltung sind die Ergebnisse der EVS 2023 nur eingeschränkt mit denen der Vorjahre vergleichbar. Das Statistische Landesamt weist darauf hin, dass sich die Stichprobenzusammensetzung durch die neuen Erhebungsmethoden verändert hat. Weitere detaillierte Informationen zum Thema finden sich in den Statistischen Berichten des Landesamtes.