Polizei erschießt Täter nach CSD Anschlag in Spandau

Nach dem Anschlag am Berliner CSD wurde der mutmaßliche Täter bei einem Polizeieinsatz in Spandau getötet

Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) ist der mutmaßliche Täter tot. Ein Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage im Berliner Bezirk Spandau endete mit dem Tod des 21-Jährigen. Die Behörden gehen weiterhin von einem islamistischen Anschlag aus.

Beim Vorfall am Samstagabend wurde eine Frau getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Die Berliner CSD-Veranstaltung wurde daraufhin abgebrochen. Hunderttausende Menschen hatten am Samstag auf den Straßen der Hauptstadt gefeiert, bevor der Angriff gegen 22:00 Uhr stattfand.

Einsatz in Spandau: Täter von SEK erschossen

Der mutmaßliche Täter, ein deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund, wurde am Sonntagabend in Berlin-Spandau gestellt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte den Zusammenhang zwischen dem CSD-Anschlag und dem Polizeieinsatz in der Kleingartenanlage. Während des Einsatzes wurde der 21-Jährige von einem Sondereinsatzkommando (SEK) erschossen.

Ob bei dem Einsatz weitere Personen festgenommen wurden, ist derzeit nicht abschließend geklärt. Der Fokus der Ermittlungen liegt nun auf der Aufklärung der Hintergründe und der Motivlage des Verstorbenen.

Hintergrund: Verdächtiger bei Sicherheitsbehörden bekannt

Der mutmaßliche Attentäter Abdul B. war den Sicherheitsbehörden bereits länger bekannt. Laut Sicherheitsbehörden versuchte er im vergangenen Jahr mehrfach, sich im Ausland der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Im Juli 2025 wurde er im Libanon festgenommen und saß dort drei Monate in Haft.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland am 17. November 2025 wurde er erneut festgenommen. Im Mai 2026 verurteilte ihn das Amtsgericht Tiergarten zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Die Verurteilung war zum Zeitpunkt des Anschlags noch nicht rechtskräftig. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner äußerte sich verwundert über den früheren Umgang der Justiz mit dem Täter.

Reaktionen: Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Aufgrund der Schwere des Vorfalls und des Terrorismusverdachts hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Die oberste Anklagebehörde in Deutschland übernimmt in solchen Fällen die Führung der Untersuchung.

Bundeskanzler Friedrich Merz sprach bei einer Gedenkandacht in der Berliner St. Marienkirche am Sonntagmittag. Er bezeichnete den Vorfall als Angriff auf die Gesellschaft und rief zur Solidarität auf. Die Opfer und ihre Angehörigen stehen im Mittelpunkt der Trauerfeierlichkeiten, während die Sicherheitsbehörden nun prüfen, ob weitere Gefahrenabwehrmaßnahmen notwendig sind.