Polizei sucht nach Täter bei Anschlag auf Berliner CSD

Die Polizei fahndet nach Abdul B. wegen eines Anschlags auf den Berliner CSD. Eine Frau starb, 29 weitere wurden verletzt

Polizei sucht nach Täter bei Anschlag auf Berliner CSD
Symbolfoto · Foto: Róger Nobles / Unsplash

Am Samstagabend ist es bei einem der größten Umzüge Europas zu einer schweren Gewalttat gekommen. Ein Fahrzeug fuhr am 25. Juli gegen 22 Uhr in die Menschenmenge des Berliner Christopher Street Days (CSD). Dabei kam eine Frau ums Leben, 29 weitere Menschen wurden verletzt, drei davon schweben in Lebensgefahr. Die Polizei identifiziert den mutmaßlichen Täter als 21-jährigen Abdul B. aus dem islamistischen Milieu.

Verlauf der Gewalttat

Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Potsdamer Platzes auf Höhe der Lennéstraße im Berliner Tiergarten. Laut Polizeiangaben fuhr ein weißer Kastenwagen in die Menge der Demonstrationsteilnehmer. Anschließend stieg der Fahrer aus und griff Menschen mit einer Waffe an. Bundesinnenminister Dobrindt bestätigte am Sonntagmittag, dass der Mann mit einer Machete auf Menschen losgegangen sein soll, nachdem er das Fahrzeug verlassen hatte.

Polizeisprecher Florian Nath bestätigte, dass die Ermittlungen prüfen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. „Das ist das, was uns Zeugen geschildert haben. Dass dort Leute mit Stichverletzungen liegen sollen“, sagte Nath. Die Verletzten wurden so schnell wie möglich in Krankenhäuser transportiert. Gegen 22:15 Uhr wurde der CSD vorzeitig abgebrochen. Die Polizei räumte den Berliner Tiergarten und sperrte das Gebiet weiträumig ab.

Fahndung nach mutmaßlichem Täter

Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter läuft auf Hochdruck. Es handelt sich um den 21-jährigen Abdul B., der deutscher Staatsbürger mit libanesischer Herkunft ist. Nach Polizeiangaben gehört er zum islamistischen Milieu in Berlin und ist polizeibekannt.

Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen, da ein Terrorismusbezug geprüft wird. Die Polizei geht von einer geplanten Tat aus. Der Verdächtige soll sich nach wie vor in Berlin aufhalten, sein genauer Aufenthaltsort ist noch nicht gesichert. Die Sicherheitsbehörden schätzen die Lage als ernst ein.

Politische Reaktionen und Hintergrund

Der Berliner Christopher Street Day fand erstmals am 30. Juni 1979 in West-Berlin statt. Mittlerweile ist er einer der größten CSDs in Europa und zieht mehrere hunderttausend Besucher an. Die Gewalttat hat nicht nur in Berlin, sondern bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einer abscheulichen Tat und versprach, die Tat werde mit aller Härte verfolgt. Auch von Seiten der Berliner Regierung wurde die Schwere des Anschlags betont. Die Sicherheitsvorkehrungen für Großveranstaltungen werden nun überprüft. Die Opfer der Tat erhalten umfassende Unterstützung durch die Opferberatungsstellen der Stadt Berlin.