Frau in Magdeburg Opfer von Schockanruf falsche Tochter

Eine 78-jährige Frau in Magdeburg fiel einem Schockanruf zum Opfer, bei dem sich Betrüger als ihre Tochter und Polizistin ausgaben

Frau in Magdeburg Opfer von Schockanruf falsche Tochter
Symbolfoto · Foto: (Augustin-Foto) Jonas Augustin / Unsplash

Eine 78-jährige Frau aus Bremen, die sich derzeit in Magdeburg aufhält, wurde am Freitagabend Opfer eines klassischen Schockanrufs. Eine Unbekannte meldete sich telefonisch und gab sich als die Tochter der Seniorin aus. Sie behauptete, einen Unfall verursacht zu haben und benötigte dringend Bargeld, um eine Haftstrafe abzuwenden. Um das Vertrauen zu stärken, übergab die Anruferin das Gespräch an eine Komplizin, die sich als Polizeibeamtin ausgab.

Die 78-Jährige übergab eine Geldsumme. Die Polizei hat daraufhin ein Strafverfahren eingeleitet und sicherte Spuren vor Ort. Da gerade ältere Menschen im Fokus der Betrüger stehen, appellieren die Ermittler an Angehörige, ihre Mitmenschen präventiv zu sensibilisieren.

Polizei warnt vor falschen Amtsträgern

Die Polizei weist darauf hin, dass Kriminelle immer wieder versuchen, sich als Polizisten oder andere Amtspersonen auszugeben, um an Bargeld und Wertsachen zu gelangen. Dabei nutzen die Täter unterschiedliche Methoden. An der Haustür nutzen Betrüger gefälschte Dienstausweise, um Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen. Per Post oder E-Mail versenden sie gefälschte Haftbefehle und fordern Opfer auf, vermeintliche Geldstrafen zu bezahlen.

Am Telefon werden Opfer unter Druck gesetzt. Mit Vorwänden – etwa dass Geld auf der Bank nicht mehr sicher sei – versuchen die Täter, an Informationen zu gelangen. Durch eine spezielle Technik, das Call-ID-Spoofing, lassen die Betrüger auf den Telefondisplays häufig die Notrufnummer 110 oder eine örtliche Polizeinummer erscheinen. Senioren sind dabei besonders gefährdet, da Täter gezielt auf Zeitdruck und emotionale Manipulation setzen. Die Polizei wird Betroffene niemals um Geldbeträge bitten – dies ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal für Betrugsversuche.

Empfehlungen der Polizei zur Prävention

Um sich vor derartigen Betrugsversuchen zu schützen, rät die Polizei zu bestimmten Verhaltensweisen. Grundsätzlich wird davon abgeraten, Fremde in die Wohnung zu lassen. Von angeblichen Amtspersonen wird der Dienstausweis eingefordert und bei geringsten Zweifeln bei der entsprechenden Behörde angerufen – die Nummer sollte selbst herausgesucht werden und der Besucher vor der verschlossenen Tür warten.

Geld oder Wertsachen sollten niemals an unbekannte Personen übergeben werden. Am Telefon sollte man sich nicht unter Druck setzen lassen, einfach aufgelegt werden und keine Details zu den finanziellen Verhältnissen preisgegeben werden. Eine Vertrauensperson sollte zu Rate gezogen werden. Wer vermutet, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, sollte sich umgehend an die örtliche Polizeidienststelle wenden und Anzeige erstatten. Weiterführende Informationen zur Prävention stellt die Polizei auf der Webseite der Polizei zur Verfügung.

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