Polizei durchsucht Wohnung in Gropiusstadt nach Pyrotechnik-Einsatz mit Verletzten

Die Polizei durchsucht eine Wohnung in der Gropiusstadt, nachdem gezündete Pyrotechnik zu einem Großeinsatz und mehreren Verletzungen führte

Symbolfoto · Foto: Max Fleischmann / Unsplash

Am Donnerstagabend sorgten laute Knallgeräusche in Berlin-Gropiusstadt für einen größeren Polizeieinsatz. Die Einsatzkräfte wurden gegen 20.40 Uhr zum Käthe-Dorsch-Ring gerufen, wo zunächst der dringende Verdacht bestand, es sei geschossen worden. Daraufhin sperrten die Beamten den betroffenen Bereich weiträumig ab, um die Bevölkerung zu schützen und die Lage zu sichern.

Wie sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen herausstellte, waren die Explosionen durch gezündete Pyrotechnik verursacht worden. Beim Abbrennen der Feuerwerkskörper waren mehrere Menschen, darunter auch Kinder und Erwachsene, leicht verletzt worden. Die genauen Umstände der Verletzungen sowie die Identität der Verantwortlichen werden nun weiter untersucht.

Wohnungsdurchsuchung ohne Festnahmen

Im Rahmen der polizeilichen Nachforschungen drangen Beamte in eine Wohnung ein, um Beweismittel zu sichern und mögliche Tatverdächtige zu ermitteln. Trotz dieser Durchsuchung gab es zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Festnahmen. Die Ermittlungen zu dem Vorfall laufen weiter, wobei die Polizei prüfen wird, ob es sich um einen gezielten Angriff oder ein fahrlässiges Handeln handelte.

Die Sperrmaßnahmen in der Umgebung des Käthe-Dorsch-Rings dauerten etwa eine halbe Stunde an, bevor der Bereich wieder für den normalen Verkehr und die Anwohner freigegeben wurde. Der Käthe-Dorsch-Ring liegt im Herzen der Gropiusstadt, einer Großsiedlung im Bezirk Neukölln, die in den 1960er und 70er Jahren nach Plänen von Walter Gropius errichtet wurde.

Sozialer Brennpunkt mit hoher Dichte

Die Gropiusstadt beherbergt rund 35.000 Einwohner auf etwa 18.500 Wohnungen und gilt seit den 1980er Jahren als sozialer Brennpunkt. Die hohe Bevölkerungsdichte und die soziale Struktur des Viertels begünstigen in der Vergangenheit immer wieder Konflikte, bei denen auch Pyrotechnik eine Rolle spielte. Solche Vorfälle sind in Berlin insbesondere zu Silvester bekannt, wo es regelmäßig zu Verletzungen durch illegale Feuerwerkskörper kommt.

Das Zünden von Pyrotechnik in Wohngebieten ist ohne behördliche Genehmigung streng verboten. Gemäß der Sprengstoffverordnung (§ 1 Abs. 1 SprengV) handelt es sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit oder sogar eine Straftat, die mit empfindlichen Bußgeldern oder Freiheitsstrafen geahndet werden kann. Die Polizei wird nun prüfen, ob die Täter aus dem unmittelbaren Umfeld der Wohnung stammen, in die sie eingedrungen waren.

Die Havelblatt-Redaktion wird über den weiteren Verlauf der Ermittlungen berichten.