Oliver Ruhnert mobilisiert in Brandenburg an der Havel für den Sturz von Sven Schulze

Oliver Ruhnert mobilisierte in Brandenburg an der Havel für den Sturz von Ministerpräsident Sven Schulze in Sachsen-Anhalt. Der frühere Union-Manager sieht darin den Schlüssel zum Ende der Kanzlerschaft von Friedrich Merz

Symbolfoto · Foto: Zac Bowling / Unsplash

Perspektivwechsel: Vom Fußball in die Politik

Im Innenhof des Altstädtischen Bürgerhauses in Brandenburg an der Havel war es kürzlich nicht nur die Sommerhitze, die für eine hitzige Atmosphäre sorgte. Drei Kreisverbände des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) – aus Brandenburg an der Havel, Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark – luden zu einer gemeinsamen Veranstaltung, bei der der Wechsel von der Sportwelt in die politische Arena im Mittelpunkt stand. Im Fokus stand Oliver Ruhnert, der frühere Manager des Traditionsvereins Union Berlin und heutige BSW-Generalsekretär.

Die Veranstaltung wurde moderiert von Gerald Ritter, dem ehemaligen Sportjournalisten, der nun als Kreisvorsitzender des BSW für Teltow-Fläming fungiert. Ein passender Gastgeber für einen Gast, der selbst eine bemerkenswerte Karriere im Sport hinter sich hat und nun neue Wege geht. Ruhnert war von 2017 bis November 2025 als Geschäftsführer Profifußball und Chefscout beim 1. FC Union Berlin tätig. Unter seiner Führung stieg der Verein von der 2. Bundesliga bis in die Champions League auf. Nach seinem Abschied vom Verein und einem gescheiterten Versuch, bei der Bundestagswahl im Februar 2025 in den Bundestag einzuziehen, sucht er nun den direkten Draht zur Wählerschaft vor Ort.

Das Podium war mit regionalen BSW-Politikern besetzt. Heidi Hauffe, Kreisvorsitzende für Brandenburg an der Havel, sprach ein Grußwort, während Beatrice Schindler, die Vorsitzende des Kreisverbandes Potsdam-Mittelmark, den Ablauf unterstützte. Für die lokale Verankerung sorgte der BSW-Landtagsabgeordnete Andreas Kutsche. Der ehemalige examinierte Krankenpfleger, der seit der Landtagswahl 2024 im brandenburgischen Landtag sitzt, übernahm dabei nicht nur die politische, sondern auch eine kulinarische Rolle als Grillmeister. Für die musikalische Untermalung sorgte das Duo „Lu Coustic“ mit Lucia Burana und Marc Spiess.

Der Innenhof war gut gefüllt, und die Besucher nutzten die Gelegenheit, direkt mit Oliver Ruhnert ins Gespräch zu kommen. Dabei ging es zunächst um Themen, die ihn lange Zeit prägten: den Fußball. Anschließend wandte sich das Gespräch den politischen Kernfragen zu.

Politische Forderungen und strategische Ziele

Wie Heidi Hauffe erklärte, ging es im Verlauf des Abends „politisch heiß her“. Die Themenpalette reichte von kritischen Perspektiven auf die Rolle von Funktionären in Gewerkschaften bis hin zu den Folgen des Ukrainekrieges. Fragen nach Frieden und Abrüstung standen dabei im Fokus. Schnell wurde klar, dass für die Anwesenden die aktuelle politische Lage eine klare Richtung vorgibt: „Weg mit Merz!“.

Ruhnert betonte in seiner Ansprache die strategische Bedeutung der kommenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Im September 2026 plant das BSW, die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze aus dem Amt des Ministerpräsidenten zu verdrängen. Nach Einschätzung von Ruhnert wäre ein solcher Wahlausgang in Sachsen-Anhalt vermutlich das Ende der Kanzlerschaft von Friedrich Merz. „Dafür kämpft das BSW“, so die klare Botschaft des Generalsekretärs. Die Veranstaltung im historischen Bürgerhaus diente somit nicht nur dem Austausch, sondern auch der Mobilisierung für die überregionalen Ziele der Partei.