Magdeburg nutzt neue Ersatzbaustoffverordnung zur Kostensenkung im Bau
In Magdeburg können Bauherren künftig mineralische Ersatzbaustoffe nach der bundesweiten EBV einsetzen, was Kosten senkt und Ressourcen schont
In Magdeburg können Bauherren, Unternehmen und Privatpersonen künftig vermehrt mineralische Ersatzbaustoffe einsetzen. Durch die Wiederverwendung von Materialien, die beim Abriss von Gebäuden oder Straßen anfallen, lassen sich sowohl Kosten senken als auch natürliche Ressourcen schonen.
Rechtsgrundlage und Vorgaben
Die bundesweit geltende Ersatzbaustoffverordnung (EBV) trat am 1. August 2023 in Kraft. Sie ist Teil der Mantelverordnung und legt bundeseinheitliche Anforderungen an die Herstellung, die Güteüberwachung und den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe fest. Damit ersetzt die EBV die frühere LAGA‑M20‑Richtlinie, die bislang in den Bundesländern für die Verwertung mineralischer Abfälle galt. Die Verordnung regelt unter anderem die Probenahme, Untersuchung und Dokumentation von aufbereiteten Baustoffen sowie von nicht aufbereitetem Boden‑ und Baggergut (§ 2‑§ 19 EBV).
Zahlen, Nutzen und Ansprechpartner
Im Jahr 2022 fielen in Deutschland rund 207,9 Mio. t mineralische Bau‑ und Abbruchabfälle an. Davon wurden etwa 13,3 % des Gesamtbedarfs an Gesteinskörnungen durch Recycling‑Baustoffe gedeckt, während 75 Mio. t dieser Abfälle bereits verwertet wurden – davon 14,5 Mio. t als Gesteinskörnung in Asphalt‑ und Betonherstellung. Durch den Einsatz von Ersatzbaustoffen sinken die Kosten für die Beschaffung neuer Rohstoffe sowie für die Entsorgung von Bauabfällen. Gleichzeitig verkürzen sich Transportwege, weil das Material häufig direkt vor Ort aufbereitet und wieder eingebaut werden kann.
Für Fragen zur Umsetzung der EBV steht das Umweltamt der Landeshauptstadt Magdeburg zur Verfügung. Die Untere Abfallbehörde ist in der Julius‑Bremer‑Straße 10, 39104 Magdeburg ansässig und per E‑Mail unter abfall@ua.magdeburg.de erreichbar. Ansprechpartnerin für Bauherren ist Petra Jacobasch (E‑Mail: Petra.jacobasch@ua.magdeburg.de, Telefon +49 391 540‑2743). Sie berät zu den technischen Voraussetzungen, zur Güteüberwachung und zu möglichen Förderprogrammen, die im Rahmen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes bereitgestellt werden.
Durch die bundesweite Verankerung der EBV und die lokale Unterstützung des Umweltamts wird in Magdeburg ein wichtiger Beitrag zu nachhaltigem Bauen geleistet. Die Wiederverwendung mineralischer Baustoffe schont nicht nur Rohstoffe, sondern trägt auch zum Schutz von Grundwasser und Boden bei und reduziert den Bedarf an Deponieraum. Wer ein Bau- oder Sanierungsprojekt plant, kann somit sowohl ökologisch als auch ökonomisch von den neuen Möglichkeiten profitieren.