LMBV gibt Wasser aus Lohsa II zur Stützung von Spree und Schwarzer Elster ab
Aufgrund anhaltender Trockenheit gibt die LMBV Wasser aus dem Speicherbecken Lohsa II ab, um die Spree und die ausgetrocknete Schwarze Elster zu stützen
Aufgrund anhaltender Trockenheit und kritisch niedriger Flusspegel greift die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) nun aktiv in den Wasserhaushalt ein. Um die Spree sowie die mittlerweile weitgehend ausgetrocknete Schwarze Elster zu stützen, wird aktuell Wasser aus dem sächsischen Speicherbecken Lohsa II abgegeben. Dies bestätigte Pressesprecher Uwe Steinhuber gegenüber der Nachrichtenagentur.
Neben dem großen Speicherbecken kommen auch die fünf Seen der sogenannten Restlochkette an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze bei Senftenberg zum Einsatz. Diese Seen sind über Kanäle miteinander verbunden und dienen als Pufferspeicher für die Schwarze Elster. Durch die gezielte Abgabe soll dem Niedrigwasser in den Fließgewässern entgegengewirkt werden, das die Region derzeit stark belastet.
Rückgang der Entnahme für die Seenflutung
Die aktuellen Maßnahmen stehen im Kontext einer bereits im Vorjahr spürbaren Veränderung im Wasserhaushalt der Lausitz. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 82 Millionen Kubikmeter Wasser aus den Bergbaufolgeseen und Sanierungsanlagen in die Flüsse geleitet. Allein 44 Millionen Kubikmeter flossen dabei aus den beiden größten Speichern der LMBV in die Spree.
Im Gegenzug ist die Entnahme von Flusswasser für die Flutung und Nachsorge der Bergbaufolgeseen deutlich gesunken. Laut LMBV wurden 2025 nur noch 61 Millionen Kubikmeter aus den Flüssen entnommen. Dies entspricht einem Rückgang um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die LMBV ist als zuständige Behörde für die Sanierung der Braunkohlealtlasten und das Flutungsmanagement der Seen verantwortlich.
Historie und zukünftige Projekte
Das Speicherbecken Lohsa II, das nun Wasser abgibt, entstand aus dem ehemaligen Tagebau Lohsa. Die Flutung des Beckens begann 1997 und zog sich bis 2013 hin. Es verfügt über ein nutzbares Speichervolumen von 61 Millionen Kubikmetern bei einem Gesamtvolumen von 97 Millionen Kubikmetern. Auch der Senftenberger See, der Teil der Restlochkette ist, hat in der Vergangenheit bereits bei der Unterstützung der Schwarzen Elster geholfen, was in der Vergangenheit zu einem Pegelabfall auf 98,85 Meter führte.
Um die Situation langfristig zu stabilisieren, läuft derzeit ein länderübergreifendes Projekt zur Optimierung des Wasserhaushalts in der Lausitz. Dazu gehört unter anderem eine umfassende Speicherstudie, die mit einem Budget von rund 1,79 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln finanziert wird. Ziel ist es, die Resilienz der Region gegenüber zukünftigen Trockenperioden zu erhöhen und die Sanierungsziele der Bergbaufolgelandschaft auch unter veränderten klimatischen Bedingungen zu erreichen.