SPSG warnt vor Astbruchgefahr in Berliner und Brandenburger Parkanlagen bei Trockenheit
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten warnt Besucher in Berliner und Brandenburger Parks vor akuter Astbruchgefahr durch anhaltende Trockenheit
In vielen Parkanlagen in Berlin und Brandenburg geraten Bäume durch anhaltende Trockenheit zunehmend unter Stress. Für Besucherinnen und Besucher der Grünanlagen birgt dies ein konkretes Sicherheitsrisiko: Plötzlich brechende Äste können zu schweren Verletzungen führen. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat daher eine allgemeine Warnung herausgegeben. In allen ihren Parkanlagen sei derzeit mit gefährlichen Astabbrüchen zu rechnen.
Die Stiftung bittet alle Gäste eindringlich, auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben. Ein Aufenthalt direkt unter Bäumen, insbesondere unter großen Kronen, wird ausdrücklich untersagt. Das fehlende Wasser habe einen massiven Einfluss auf die Baumstatik. Stammholz und Astwerk verlören ihre natürliche Elastizität und könnten unvermittelt und ohne jegliche Vorschädigungen abbrechen.
Überlebensstrategie der Bäume
Was auf den ersten Blick wie ein plötzliches Versagen wirkt, ist für die Pflanzen eine verzweifelte Überlebensstrategie. Um die Verdunstung zu minimieren, rollen Bäume ihre Blätter ein oder werfen sie ab. Als Reaktion auf den extremen Wassermangel stößt der Baum jedoch auch starke Äste ab, um die Angriffsfläche für Wind und das Gewicht der Krone zu verringern. Dieser Prozess läuft oft ohne sichtbare Warnsignale ab, was die Gefahr für Spaziergänger erhöht.
Besonders tückisch wird die Situation bei Wetterumschwüngen. Auch von Niederschlägen, insbesondere Starkregengüssen, gehe in Kombination mit Windböen eine erhöhte Gefahr aus. Das zusätzliche Gewicht auf den Kronen und Blättern lasse die ohnehin gestressten Bäume und Äste leichter brechen. Selbst ein scheinbar harmloser Regenschauer kann also zum Auslöser für einen Aststurz werden.
Wiederkehrendes Problem in der Kulturlandschaft
Die aktuelle Warnung ist kein einmaliges Ereignis, sondern Teil eines wiederkehrenden Musters. Bereits im Juni 2019 mussten Teile des Parks Sanssouci, darunter der Ruinenberg und der Klausberg, wegen akuter Astbruchgefahr durch die Dürre des Vorjahres geschlossen werden. Auch 2022 hatte die SPSG bereits vor ähnlichen Risiken gewarnt. Die Situation zeigt, dass die historischen Gärten unter den zunehmenden Wetterextremen des Klimawandels leiden.
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verwaltet über 30 Museumsschlösser und zahlreiche Parks in Berlin und Brandenburg. Dazu zählt die berühmte Kulturlandschaft, die sich vom Schloss Sanssouci in Potsdam bis zur Pfaueninsel in Berlin erstreckt und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Jedes Jahr ziehen diese Anlagen mehr als 3,5 Millionen Gäste aus dem In- und Ausland an.
Um den Herausforderungen des Klimawandels langfristig zu begegnen, hat sich die SPSG bereits 2014 mit der „Erklärung von Sanssouci“ international vernetzt. Diese Initiative unterstreicht, dass der Erhalt der historischen Gärten angesichts veränderter Umweltbedingungen eine ständige Aufgabe ist. Für die Besucher gilt aktuell jedoch vorrangig die Vorsicht: Die Wege bleiben die sichersten Orte in den Parks.