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Likörfabrik in Brandenburg soll Ende 2026 nach langer Bauzeit wieder öffnen

Nach über zehn Jahren Bauzeit soll die ehemalige Diskothek Manhattan am Hohen Steg Ende 2026 als Likörfabrik mit deutlich reduzierter Kapazität wiedereröffnet werden

Ein neuer Abschnitt für die „Likörfabrik"

Nach über einem Jahrzehnt der Bauphase scheint sich für die ehemalige Diskothek „Manhattan" am Hohen Steg endlich Bewegung zu ergeben. Bei einer Informationsveranstaltung am Montagabend wurden der aktuelle Stand des Projekts sowie die Planungen für die Zukunft vorgestellt. Das Ziel ist eine vorsichtige Eröffnung zum Jahresende 2026, wobei betont wird, dass die Zeiten der großen Massenveranstaltungen vorbei sind.

Vom „Klubhaus" zur „Likörfabrik"

Das Gebäude am Bahnhof hat eine lange Geschichte. Bis 2015 war es als „Klubhaus der Getriebewerker" und später als Diskothek „Manhattan" bekannt, wo an Wochenenden bis zu 1.500 Besucher feierten. Diese Ära ist jedoch Geschichte. Der neue Name „Likörfabrik" leitet sich von der Tätigkeit des Betreibers ab, der dort auch den lokalen Likör „Papas Bester" produziert.

Für die neue Nutzung wurden die Kapazitäten drastisch reduziert. Die maximale Gästezahl ist auf 400 Personen begrenzt. Der Fokus liegt künftig auf hochwertigen, seltener stattfindenden Firmenevents, Familienfeiern und Tänzen. Ein Betrieb wie in der Vergangenheit wäre nach Einschätzung des Betreibers heute weder finanziell tragbar noch genehmigungsrechtlich möglich. In das Sanierungs- und Umbauprojekt wurden erhebliche Summen investiert.

Strenge Auflagen zum Schutz der Nachbarschaft

Die Anwohner zeigten sich bei der gut einstündigen Veranstaltung besonders besorgt über Lärmbelästigungen und die Parksituation. Der Oberbürgermeister bestätigte, dass die Baugenehmigung strikte Auflagen enthält, um frühere Konflikte zu vermeiden.

Konkret bedeutet dies, dass die Terrasse zur Wohnbebauung hin geschlossen bleibt und der Schall gezielt in Richtung der Bahngleise gelenkt wird. Zusätzlich wurden spezielle Schallschutzklappen eingebaut. Um Lärm durch wartende Gäste zu minimieren, müssen bei Veranstaltungen zwei sachkundige Personen im Außenbereich eingesetzt werden. Auch die Parkproblematik wurde adressiert: Für die 636 Quadratmeter große Nutzfläche müssen gemäß der Stellplatzherstellungssatzung 13 Parkplätze nachgewiesen werden, die dem Betreiber zur Verfügung stehen. Sollte der Suchverkehr in den umliegenden Straßen dennoch zum Problem werden, kündigte die Stadt weitere Maßnahmen an.

Technische Hürden und ein Licht am Ende des Tunnels

Ein Hauptgrund für die langwierige Bauzeit waren komplexe technische Probleme, insbesondere die Abwasserentsorgung und der Hochwasserschutz. Hier wurde eine eigenständige Lösung entwickelt: Es werden Gruben mit einem entsprechenden Gesamtvolumen gebaut. Diese Behälter reichen für mehrere Events aus und machen das Haus in dieser Hinsicht autark, sodass es vom alten Kanalisationsnetz getrennt werden kann.

Trotz der verbleibenden Arbeiten, wie dem Bau der Abwasserbehälter, sieht der Betreiber nun ein „Licht am Ende des Tunnels". Er hofft, dass die Eröffnung Ende 2026 erfolgen kann. Die rund 50 Anwesenden würdigten das unternehmerische Engagement und zeigten sich offen für ein harmonisches Miteinander. Dennoch wurden auch andere Probleme in der Umgebung thematisiert, etwa die Beleuchtung und Breite der Straße sowie der Zustand des Fahrstuhls an der Brücke, die über die reine Nutzung des Gebäudes hinausgehen.