Schüler in Brandenburg an der Havel schützen drei Millionen Liter Wasser vor Kippen
Schüler in Brandenburg an der Havel haben bei der „Zigarettenkippen-Challenge 2026" rund 66.000 Stummel eingesammelt und damit rechnerisch 3,3 Millionen Liter Wasser vor Verschmutzung bewahrt
Rund 20 Kilogramm Zigarettenstummel, das entspricht etwa 66.000 einzelnen Kippen, haben Schülerinnen und Schüler in Brandenburg an der Havel im Rahmen der „Zigarettenkippen-Challenge 2026" eingesammelt. Mit dieser Menge gelang es den Beteiligten, rechnerisch 3,3 Millionen Liter Wasser vor einer massiven Verschmutzung zu bewahren. Ein weiterer Aspekt, der die Aktion begleitete, war der finanzielle Verlust: Der eingesammelte Müll hatte einen geschätzten Warenwert von rund 30.000 Euro, der buchstäblich in Rauch aufgegangen ist laut Stadt Brandenburg.
Unter dem Motto „Die Natur ist kein Aschenbecher" hatten das Amt für Abfallwirtschaft und das Naturschutzzentrum Krugpark Schulklassen zum Mitmachen aufgerufen. Die Sammlung erstreckte sich vom 13. April bis zum 17. Mai 2026, wobei zahlreiche Klassen aus dem gesamten Stadtgebiet aktiv wurden, oft direkt vor den eigenen Schulgebäuden. Das Ergebnis war für viele erschreckend: Um fündig zu werden, mussten die meisten Gruppen kaum weit laufen. Ein kleiner Lichtblick kam jedoch von der Havelschule. Dort sorgten regelmäßige Aufräumaktionen dafür, dass sich diesmal „nur" rund 300 Gramm Kippen ansammelten. Dies zeigt, dass wer dranbleibt, nicht nur die Umwelt verändert, sondern auch andere sensibilisiert.
Schadstoffe und Kunststoff
Neben dem reinen Einsammeln stand auch das Verständnis für die Hintergründe im Fokus. Im Unterricht wurde über die Folgen des Rauchens für Mensch und Umwelt diskutiert, die Aktionen wurden kreativ mit Fotos, Plakaten und Beiträgen für Schülerzeitungen dokumentiert. Der Hintergrund ist alarmierend: Eine einzelne Zigarettenkippe kann bis zu 60 Liter Grundwasser mit bis zu 4.000 verschiedenen Schadstoffen verunreinigen, darunter krebserregende Substanzen.
Das Problem liegt auch im Material selbst. Zigarettenfilter bestehen aus Zelluloseacetat, einem Kunststoff, der bis zu 10 Jahre für den vollständigen Abbau benötigt und dabei Mikroplastik in Gewässer freisetzt. Die Zigarettenkippen-Challenge wird in Brandenburg an der Havel bereits seit mindestens 2024 jährlich durchgeführt und hat sich als feste Größe im städtischen Umweltkalender etabliert. Die Aktion 2026 folgte auf erfolgreiche Vorjahre und zeigt eine kontinuierliche Steigerung des Bewusstseins bei den Schülerinnen und Schülern.
Belohnung für Engagement
Am Ende gab es für alle engagierten Klassen eine Belohnung. Bei der Preisverleihung im Krugpark erhielt jede teilnehmende Gruppe eine Prämie laut Stadt Brandenburg. Die Preise wurden von der Amtsleiterin des Amtes für Abfallwirtschaft, Bodenschutz und Grünflächen überreicht, das die kommunale Umweltbildung aktiv vorantreibt. Unterstützt wurde das Projekt von mehreren lokalen Partnern.
Die Botschaft bleibt klar: Kippen gehören nicht auf den Boden. Das Naturschutzzentrum Krugpark, das seit 1825 als Ort der Naturbegegnung existiert und über 10.000 jährliche Besucher zählt, fungiert dabei als wichtiger Bildungspartner für Nachhaltigkeit. Die Havelschule demonstriert zudem, dass regelmäßige, institutionalisierte Aufräumaktionen effektiver sind als einmalige Großaktionen – ein Modell, das für andere Schulen in der Region vorbildlich sein könnte, wie die Stadt Brandenburg bestätigt.