Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg bietet am 5. Juli kostenlose Führungen zu Stasi-Opfern an
Am 5. Juli bietet die Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg wieder kostenlose Führungen zu den Opfern politischer Verfolgung an und lädt ab 10 Uhr zur Besichtigung des historischen Geländes ein
Am ersten Sonntag im Juli, dem 5. Juli 2026, öffnet die Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg wieder ihre Türen für die Öffentlichkeit. Von 10 bis 16 Uhr können Besucherinnen und Besucher das historische Gebäudekomplex besichtigen. Um 10:30 Uhr und erneut um 14 Uhr bietet das Team der Gedenkstätte geführte Touren an, die einen tiefen Einblick in die Geschichte des Ortes gewähren.
Ein Ort der Erinnerung an politische Verfolgung
Die Gedenkstätte erinnert an die mehr als 10.000 Menschen, die zwischen 1945 und 1989 an diesem Ort inhaftiert wurden. Ein Großteil dieser Opfer, allein über 4.000 Personen, wurde bis zur Wende im Dezember 1989 vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) festgehalten. Zu den Inhaftierten zählten regimekritische Bürger, Friedensaktivisten sowie Menschen, die versuchten, die DDR zu verlassen. Das Gebäude, das bereits zwischen 1873 und 1876 als Amtsgericht und Stadtgefängnis errichtet wurde, diente ab 1958 als Untersuchungshaftanstalt des MfS. Seit der Gründung der Gedenkstätte im Jahr 1990 dient der Komplex der Aufarbeitung dieser dunklen Kapitel der deutschen Geschichte.
Besonders eindrucksvoll ist der Zellentrakt, der im originalen Zustand von 1989 erhalten geblieben ist. Hier können Besucher die engen Einzelzellen sowie die sogenannten „Freistundenzellen" besichtigen, die als einzigartiges pädagogisches Mittel dienen. Ergänzt wird der Rundgang durch die Dauerausstellung mit dem Titel „Grundsätzlich kann von jedem Beschuldigten ein Geständnis erlangt werden.", die die Methoden der erzwungenen Geständnisse und die Verletzung von Menschenrechten thematisiert.
Kosten und Zugang
Der Eintritt in die Gedenkstätte Moritzplatz ist für alle Besucherinnen und Besucher frei. Auch die öffentlichen Führungen an diesem Sonntag werden kostenfrei angeboten. Für Gruppen, die eine separate Führung wünschen, wird eine Gebühr von 60 Euro erhoben. Das Team der Gedenkstätte freut sich auf den Besuch und lädt ein, sich vor Ort über die Schicksale der Inhaftierten und die Bedeutung der Friedlichen Revolution 1989/90 zu informieren.