Landesbischof Kramer würdigt Frauen vor Landtagswahl

Landesbischof Friedrich Kramer startet Ende Juli zu einer Sommertour durch Sachsen-Anhalt, um vor der Landtagswahl das Engagement von Frauen in Kirche und Gesellschaft zu würdigen

Landesbischof Kramer würdigt Frauen vor Landtagswahl
Symbolfoto · Foto: Mateus Campos Felipe / Unsplash

Landesbischof Friedrich Kramer begibt sich vom 27. bis 29. Juli 2026 auf eine besondere Sommertour durch Sachsen-Anhalt. Unter dem Titel „Starke Stimmen – Frauen in Sachsen-Anhalt“ will der Kirchenoberhaupt vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl die Sichtbarkeit weiblichen Engagements stärken. Die Reise führt ihn an drei Tagen zu unterschiedlichen Akteuren, die tagtäglich im kirchlichen, diakonischen und gesellschaftlichen Kontext wirken.

Im Fokus der Besuche steht dabei, was Frauen leisten und wo dieses Wirken oft noch zu wenig wahrgenommen wird. Kramer plant Stationen beim Landesfrauenrat, bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Weißenfels sowie in einem Familienzentrum in Quedlinburg. Zudem trifft er auf die Gruppe „Frauen für Halberstadt“, die Frauengruppe der Kirchengemeinde Bitterfeld und psychologische Beraterteams, die in Frauenhäusern tätig sind.

„Frauen leisten einen großen Beitrag zur gesellschaftlichen Verständigung und zum Zusammenhalt“, so Friedrich Kramer im Vorfeld. Er hob hervor, dass Frauen besonders jene in den Blick nehmen, die am Rande stehen. Damit würden sie nicht nur auf Gerechtigkeitslücken hinweisen, sondern auch Machtverhältnisse in Frage stellen. Der Landesbischof, der am 7. September 2023 in sein Amt eingeführt wurde, betont die Dringlichkeit, diese Leistungen anzuerkennen.

Besonders deutlich wird die politische Dimension der Reise, da die Sommertour wenige Wochen vor der Landtagswahl stattfindet. Kramer machte klar, dass Frauen gegenwehr und Widerstand erfahren, wenn sie sich gleichstellungspolitisch engagieren. „Deshalb ist es auch Aufgabe der Männer, frauenfeindlichen, antifeministischen Hass als solchen zu benennen und nicht als Form freier Meinungsäußerung zu bagatellisieren“, forderte er.

Begleitet wird der Landesbischof auf seiner Tour von Pfarrerin Eva Lange. Sie ist seit September 2021 Leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland (EFiM) und bringt langjährige Erfahrung aus der Gemeindearbeit mit. „Fürsorglich zu sein, ist keine weibliche Eigenschaft, wird aber aktuell vor allem von Frauen gelebt“, unterstreichte Lange. In diesen Zeiten brauche die Demokratie diese Fürsorge, um resilienter zu werden, wenn alle zusammenstehen.

Abendgebete als Gesprächsräume

Ein weiterer zentraler Baustein der Sommertour sind die Abendgebete, die im Rahmen der bundesweiten EKD-Initiative #VerständigungsOrte stattfinden. Diese Strategie von Kirche, Diakonie und midi zielt darauf ab, im Superwahljahr 2026 den gesellschaftlichen Dialog zu stärken und Deeskalation zu fördern.

In Schönebeck, Horburg sowie Bitterfeld ist Landesbischof Kramer jeweils zu einem solchen Abendgebet bei der örtlichen Gemeinde zu Gast. Im Anschluss an die liturgischen Feiern finden Gesprächsrunden unter dem Motto #VerständigungsOrte statt. Hier sollen die gesammelten Eindrücke und Themen der Frauen in den Gemeinden direkt diskutiert werden.

Die Reise unterstreicht die Verbindung von kirchlichem Auftrag und gesellschaftlicher Verantwortung. Der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt, den Kramer ebenfalls besuchen wird, fungiert als Dachverband von 35 Mitgliedsorganisationen. Unter der neuen Vorsitzenden Annett Kannenberg-Bode, die im März 2026 gewählt wurde, rückt der Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt weiter in den Fokus der Arbeit.

Die Sommertour endet nach drei Tagen mit dem Eindruck, dass das Engagement von Frauen in Kirche, Politik, Kunst und Gesellschaft unverzichtbar für den Zusammenhalt ist. Kramer und Lange wollen mit ihrer Reise signalisieren, dass diese Stimmen gehört werden müssen, bevor am Wahltag Entscheidungen getroffen werden.