Junge Wildschwein-Rotte durchstreift Rosenquartier hinter Klingenberg – Anwohner sollen melden

Eine Rotte junger Wildschweine durchstreift seit mehreren Nächten das Rosenquartier hinter dem Klingenberg, wobei Anwohner zu Vorsicht und sofortiger Meldung aufgefordert werden

Symbolfoto · Foto: Danny Kroon / Unsplash

Im Rosenquartier hinter dem Stadtteil Klingenberg, nahe dem Quenzsee, meldet ein Anwohner seit einigen Nächten immer wieder eine Rotte junger Wildschweine, die sich sowohl auf der Straße als auch in Vorgärten bewegen. Die Bewohner werden aufgefordert, vorsichtig zu sein und mögliche Begegnungen zu melden.

Hintergrund

Das Rosenquartier ist ein relativ neues Wohngebiet, das an Grünflächen und den Quenzsee grenzt. In den letzten Jahren hat sich die Wildschweinpopulation im Land Brandenburg stark vergrößert. Im Jagdjahr 2024/25 wurden landesweit 60 208 Wildschweine erlegt – das entspricht einem Anstieg von 29 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders in der Stadt Brandenburg an der Havel häufen sich Sichtungen in den Bereichen Klingenberg und Quenz, wo die Tiere vermehrt Straßen und Vorgärten durchqueren.

Rechtlicher Rahmen

Nach der geltenden Jagdzeit‑Durchführungsverordnung dürfen Wildschweine in Brandenburg das ganze Jahr über bejagt werden. Die steigende Population hat die Behörden veranlasst, verstärkt Schutzmaßnahmen zu empfehlen, etwa den Bau von Zäunen und den Einsatz von Abschreckungsmitteln. Seit 2020 ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Brandenburg nachgewiesen; die Schweinepest‑Verordnung schreibt Präventions‑ und Verhaltenshinweise vor, um eine Ausbreitung auf Hausschweine zu verhindern. Oberbürgermeister Steffen Scheller hat bereits 2024 das Thema Wildschweine aufgegriffen und eine Expertenrunde mit der unteren Jagdbehörde angekündigt.

Maßnahmen für Anwohner

Die untere Jagdbehörde, vertreten durch Meik Fabian, verteilt Informationsblätter mit konkreten Tipps zum Schutz von Gärten. Empfohlen werden stabile Zäune, die mindestens 1,5 Meter hoch sind, sowie Abschreckungsmittel wie Chili‑Spray, Lichtquellen oder Geräuschabwehr. Anwohner sollten zudem Futterreste und Müll sicher verwahren, um Wildschweine nicht anzulocken. Gesundheitsexperten betonen, dass Wildschwein‑Fleisch bei korrekter Kontrolle sicher ist, jedoch Risiken durch Bleikontamination und mögliche Krankheiten bestehen.

Die Stadt Brandenburg bittet die Bewohner, bei Sichtungen sofort die örtliche Behörde zu informieren und die empfohlenen Schutzmaßnahmen umzusetzen, um Konflikte zu minimieren.