Magdeburg errichtet Edelstahl‑Stele am Schleinufer zur Erinnerung an zerstörte Kinder‑Skulptur

Eine neue Edelstahlstele am Schleinufer erinnert an die 1974 errichtete Bronzeplastik „Spielende Kinder“, die 2023 durch Vandalismus zerstört wurde

Symbolfoto · Foto: max fuchs / Unsplash

Die Landeshauptstadt Magdeburg lässt künftig am Schleinufer zwischen Petriförder und der Elbpegel‑Strombrücke eine Edelstahlstele aufstellen, die an die 1974 errichtete Bronzeplastik „Spielende Kinder“ von Ursula Schneider‑Schulz erinnert. Die neue Gedenkstätte soll das zerstörte Kunstwerk würdigen, das durch Vandalismus im Juni 2023 stark beschädigt und teilweise entwendet wurde.

Hintergrund des Kunstwerks

„Spielende Kinder“ entstand in einer Phase intensiver Förderung öffentlicher Kunst in der DDR. In den 1970er‑Jahren wurden zahlreiche Skulpturen entlang der Elbe platziert, um das Stadtbild zu beleben und kulturelle Identität zu stärken. Die von Schneider‑Schulz geschaffene Bronzeplastik zeigte drei Kinder beim Spielen und wurde schnell zu einem beliebten Blickfang für Spaziergänger und Radfahrer am Schleinufer.

Vandalismus und Sicherung

Im Juni 2023 wurde das Kunstwerk durch mutwillige Zerstörung schwer beschädigt; mehrere Teile wurden entwendet. Die Stadtverwaltung wurde am 27. Juni über den Vorfall informiert, doch die Polizei konnte weder den genauen Tathergang noch den Zeitpunkt des Angriffs eindeutig rekonstruieren. Die noch erhaltenen Skulpturteile wurden etwa zwei Wochen später aus dem öffentlichen Raum entfernt und im städtischen Art‑Depot des Fachbereichs Kunst und Kultur sicher verwahrt.

Urheberrechtliche Rahmenbedingungen

Eine originalgetreue Rekonstruktion war aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Nach § 69 UrhG genießt ein Werk 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers Schutz; bei Ursula Schneider‑Schulz (verstorben 2015) gilt dieser Schutz bis 2085. Die beiden Enkelinnen, die als Urheberrechtsinhaberinnen fungieren, lehnten daher jede Nachbildung ab, weil hierfür eine gesonderte Genehmigung erforderlich gewesen wäre. Ohne ein vorhandenes Gipsmodell, das als Vorlage für einen Nachguss dienen könnte, war eine Wiederherstellung des Originals zudem technisch nicht realisierbar.

Entwurf und Realisierung der Erinnerungsstele

In enger Abstimmung mit den Erben entwickelte der langjährige Vertraute und Designer Ulrich Wohlgemuth von ERGO FORM design das Konzept für die neue Stele. Die Einzelanfertigung aus Edelstahl wurde von der Firma Stahl‑ und Metallbau Kärsten GmbH gefertigt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 7 200 Euro, die vollständig von der Stadt Magdeburg im Rahmen eines entsprechenden Stadtratsbeschlusses getragen wurden.

Bedeutung des Standorts

Der Abschnitt des Schleinufer­abschnitts, an dem die Stele künftig steht, ist ein zentraler Knotenpunkt im öffentlichen Raum der Stadt. Neben der historischen Petriförder und der modernen Elbpegel‑Strombrücke prägt er das Stadtbild und verbindet verschiedene kulturelle Einrichtungen. Die Erinnerungsstele fügt sich in diese städtische Kulturlandschaft ein und soll Besucherinnen und Besucher an die langjährige Präsenz des Kunstwerks sowie an die Bedeutung öffentlicher Kunst für das Gemeinschaftsgefühl erinnern.