Hertha-Kolbe ist nach einem Jahr noch Touri

Hertha-Innenverteidiger Niklas Kolbe bezeichnet sich nach einem Jahr in Berlin noch als absoluten Touri, der sich hinter dem Brandenburger Tor kaum zurechtfindet

Hertha-Kolbe ist nach einem Jahr noch Touri
Symbolfoto · Foto: Ansgar Scheffold / Unsplash

Niklas Kolbe gibt sich ehrlich, wenn er auf seine Ankunft in der Hauptstadt zu sprechen kommt. Der 29-jährige Innenverteidiger von Hertha BSC bezeichnet sich selbst nach einem Jahr noch als „absoluten Touri“. Während er sich in seinem Wohnviertel Charlottenburg mittlerweile zurechtfindet, endet für ihn die Orientierung abrupt hinter dem Brandenburger Tor. „Da kenne ich mich mittlerweile bisschen aus. Aber alles hinter dem Brandenburger Tor: Navi Touri, Vollgas“, beschrieb der gebürtige Neuenbürger in der aktuellen Folge des Podcasts „Immer Hertha“ der Berliner Morgenpost seine Situation. Die anderen Berliner Kieze seien ihm bisher kaum vertraut.

Sportlicher Werdegang und Studienabschluss

Kolbes Weg in den Profifußball war alles andere als geradlinig. Der Linksfuß, der am 27. Dezember 1996 in Neuenbürg geboren wurde, absolvierte parallel zu seinen fußballerischen Stationen ein Bachelorstudium in „Einkauf und Logistik“ an der Hochschule Pforzheim. Seine Karriere führte ihn von jungen Jahren beim Karlsruher SC über den FC Nöttingen in die Heimat bis hin zu den Stuttgarter Kickers, wo er in der Regionalliga Südwest spielte.

Besonders in der Saison 2023/24 etablierte er sich als Stammspieler in dieser Liga. Erst danach folgte der Sprung in die zweite Bundesliga beim SSV Ulm, wo er 2024 debütierte. Nach dem Abstieg der Ulmer entschied sich der 1,96 Meter große Abwehrspieler im Mai 2025 für einen Wechsel zu Hertha BSC und unterschrieb einen Vertrag bis 2027. „Ich komme vom Dorf. Ich bin ja nicht nach Berlin gekommen, um schön zu leben, sondern um schönen Fußball zu spielen. Da sind alle Gegebenheiten da“, so Kolbe über seine Motivation.

Konkurrenz auf der Innenverteidigung

Auf seiner angestammten Position, dem linken Innenverteidiger, muss sich Kolbe jedoch behaupten. Der direkte Konkurrent ist Márton Dárdai, der Sohn des ehemaligen Hertha-Trainers Pál Dárdai. Der 2002 geborene Dárdai ist bereits fester Bestandteil der ungarischen Nationalmannschaft und spielt für seinen Heimatverein eine zentrale Rolle. Die Konkurrenz zwischen dem erfahrenen Neuenbürger und dem jungen Nationalspieler prägt die aktuelle Besetzungslage bei den Berlinern.

Ernährungsumstellung und Privates

Neben den sportlichen Herausforderungen stellte der Umzug von ländlichen Verhältnissen in die Großstadt auch eine private Anpassungsleistung dar. Besonders im Bereich der Ernährung musste Kolbe seine Gewohnheiten überdenken. „Am meisten habe ich mich in der Ernährung ändern müssen. Ich bin sehr, sehr anfällig für Softgetränke. Ganz schlimm“, gab er zu. Diese Gewohnheit habe er ordentlich anpassen müssen, um sich ausgewogener zu ernähren. Dafür kann er sich nun auf Unterstützung im privaten Umfeld verlassen: „Gott sei Dank, meine Freundin kann gut kochen“.