Füchse Berlin starten ohne Ersatz für Andersson

Die Füchse Berlin starten ohne direkten Ersatz für den abgewanderten Weltmeister Lasse Andersson in die neue Saison und setzen auf die interne Umstellung von Matthes Langhoff

Füchse Berlin starten ohne Ersatz für Andersson
Symbolfoto · Foto: Kryštof Zajíček / Unsplash

Die Handballer der Füchse Berlin gehen vorerst ohne direkten Ersatz für den abgewanderten Weltmeister Lasse Andersson in die neue Saison 2026/27. Der Dänemark-Rückkehrer, der den Verein im Mai 2026 verließ, wird im Kader zunächst nicht durch einen neuen Star ersetzt. Trainer Nicolej Krickau zeigte sich dennoch optimistisch bezüglich der internen Lösungen: „Natürlich schauen wir weiter auf den Markt. Aber wir handeln nur, wenn wir einen Spieler finden, der auch für die Füchse eine Verbesserung ist.“

Interne Umstellung statt teurer Neuzugänge

Die Verantwortung für die Offensive auf der Rückraum-Links-Position soll in erster Linie Matthes Langhoff übernehmen. Der 24-jährige Nationalspieler, der bisher vor allem als Abwehrspezialist zum Einsatz kam, wird nun bewusst in die offensive Rolle umfunktioniert. Geschäftsführer Bob Hanning setzte große Hoffnungen in diesen Schritt und betonte, dass Langhoff eine Schlüsselrolle in der Offensive einnehmen werde. Hanning bezeichnete die kommende Spielzeit als „die Saison seines Lebens“ für den 1,93 Meter großen Linkshänder.

Statt auf dem Transfermarkt nach sofortiger Verstärkung zu suchen, setzen die amtierenden DHB-Pokalsieger konsequent auf die Entwicklung bestehender Talente. „Wir glauben an den Prozess. Wir haben schon letzte Saison gezeigt, dass wir uns weiterentwickeln können. Andere Spieler sollen eine größere Rolle bekommen“, erläuterte Krickau.

Verletzungssorgen und Kaderplanung

Die Planungen für den Start in die Saison werden durch eine weitere personelle Lücke erschwert. Der DHB-Profi Nils Lichtlein fiel nach einer Fuß-Operation, die am 24. Juni 2026 in Augsburg durchgeführt wurde, bis voraussichtlich Oktober aus. Infolgedessen ist der norwegische Spielmacher Tobias Grøndahl aktuell der einzige Mittelmann im Kader. Der 25-Jährige, der 2025 von GOG Håndbold zu den Füchse Berlin wechselte, wird daher mehr Verantwortung übernehmen müssen.

Auch Fabian Wiede steht vor einer schwierigen Phase nach seinem Kreuzbandriss. Zwar soll er zum Saisonstart wieder einsatzbereit sein, doch Trainer Krickau dämpfte die Erwartungen: „Aber nach zehn Monaten ohne Handball ist das natürlich nicht so einfach.“ Die Füchse starten somit mit deutlichen Handicaps in die neue Saison. „Der Auftakt wird brutal. Da kann es sein, dass wir im September schon über eine Herausforderung sprechen“, warnte Krickau.

Schwieriger Start und unkonkrete Ziele

Der Saisonbeginn am 22. August 2026 mit dem Supercup gegen den SC Magdeburg leitet ein extrem hartes Bundesliga-Programm ein. In den ersten vier Spieltagen warten schwere Aufgaben gegen die Teams aus Melsungen, Magdeburg, Stuttgart und Gummersbach. Angesichts dieser Herausforderungen und der verletzungsbedingten Ausfälle blieben die Füchse beim Thema Saisonziel sehr vage.

„Es macht jetzt aber gar keinen Sinn, irgendwas zu sagen. Wir müssen erst einmal gucken, wie sich das entwickelt“, sagte Bob Hanning. Gleichzeitig betonte der 57-Jährige, dass es sich keinesfalls um ein Übergangsjahr handle. Die Strategie des Vereins zielt langfristig auf den Erhalt der Spitzengruppe ab. Bis dahin sollen Langhoff, Grøndahl und die übrigen Kadermitglieder die Lücken schließen.