Sportschule Jahn in Potsdam feiert Sanierungs-Bergfest
Die Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ in Potsdam hat das Bergfest ihrer umfassenden Sanierung erreicht und wird bis 2027 zu einem modernen Lernort für Spitzensportler
Gestern Mittag stand die Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ in der Zeppelinstraße 115 im Mittelpunkt eines besonderen Festaktes: Das Sanierungsvorhaben hat offiziell Bergfest erreicht. Bert Nicke, Geschäftsführer der Pro Potsdam, und Noosha Aubel, Oberbürgermeisterin von Potsdam, begrüßten die geladenen Gäste. Der Anlass ist weit mehr als ein reiner Bauabschnitt: Die umfassende Umgestaltung soll den alten DDR-Schulbau vom Typ „Erfurt“ in einen modernen Lernort verwandeln, der den Anforderungen des Spitzensports ebenso gerecht wird wie denen des Breitensports.
Das bestehende Gebäude bestand ursprünglich aus zwei dreigeschossigen Seitenflügeln und einem niedrigeren Mittelteil. Im Zuge der Sanierung wird dieser Mittelteil nun aufgestockt, um dort zusätzliche Klassenräume zu schaffen. Zudem wird der Eingangsbereich vergrößert, um einen barrierefreien Zugang zu gewährleisten. Ein markantes neues Element ist die Erweiterung des Gebäudes zur Havelseite hin: Hier entsteht eine 450 Quadratmeter große Mehrzweckhalle als Multifunktionsaula. Die bestehenden Klassenzimmer werden ebenfalls modernisiert, und das gesamte Bestandsgebäude durchläuft eine vollumfängliche energetische Sanierung.
„Dieser Schulort ist gleichermaßen wichtig für den Spitzensport, seinen Nachwuchs und den Breitensport“, erklärte Bert Nicke bei seiner Begrüßung und bezeichnete den Fortschritt als Meilenstein in der Entwicklung des Luftschiffhafens. Auch Oberbürgermeisterin Noosha Aubel hob die Bedeutung des Projekts hervor. Die vielen Funktionserweiterungen dienten dazu, die Schule zu einem hervorragenden Lernort zu machen, da die Schüler hier einen großen Teil ihrer Zeit verbrächten. Aubel dankte dem Land für die finanzielle Unterstützung und der Pro Potsdam für die gute Zusammenarbeit. „Auch in schwierigen fiskalischen Zeiten ist es sehr wichtig, dass sich die Landeshauptstadt und die Pro Potsdam gleichermaßen für die Schaffung attraktiver Lern- und Lebensorte einsetzen“, betonte sie.
Bauzahlen und nachhaltige Baustelle
Volker Huber, Geschäftsführer des ausführenden Bauunternehmens Goldbeck Nordost, würdigte das Bergfest traditionell als Anerkennung des Handwerks. In früheren Zeiten seien solche Feste sogar Teil der Bezahlung gewesen. Er führte beeindruckende Zahlen an, die das Ausmaß der Arbeiten seit dem Baubeginn am 1. September 2025 belegen: Bislang sind 3.700 Tonnen Bauschutt angefallen, 2.000 Kubikmeter Beton wurden verarbeitet und 170 Tonnen Stahlbewährung verbaut. Zudem wurden 900 Kernbohrungen durchgeführt und 215 Fenster ersetzt.
Ein besonderer Aspekt der Baumaßnahme ist die bewusste Symbiose aus Neubau und Bestandsertüchtigung. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurden bestimmte Baugruppen wiederverwendet, so beispielsweise die alten Fensterbänke, die aufbereitet und neu eingebaut wurden. Huber ließ keinen Zweifel daran, dass die Schule fristgerecht fertiggestellt wird. Das Ziel ist der Start zum Schuljahr 2027/28.
Ein Doppeljubiläum im Jahr 2027
Die Terminierung der Fertigstellung auf das Jahr 2027 ist kein Zufall. Bert Nicke wies darauf hin, dass dies ein bedeutendes Jahr für die Institution sein wird: Die Sportschule Potsdam „Friedrich Ludwig Jahn“ feiert dann ihren 75. Geburtstag. Die Schule wurde 1952 als Kinder- und Jugendsportschule in Brandenburg an der Havel gegründet und zog erst 1973 nach Potsdam um, wo sie seither ihren Standort hat.
Parallel dazu blickt der gesamte Sportpark Luftschiffhafen 2027 auf 100 Jahre Sporttradition zurück. Die sportliche Nutzung der Fläche begann bereits 1927 mit der Eröffnung eines Land- und Wassersportplatzes, nachdem das Gelände 1911 als Luftschiffhafen angelegt worden war. Bert Nicke selbst ist dabei nicht nur als Pro Potsdam-Chef, sondern auch als Gründungsgeschäftsführer der Luftschiffhafen Potsdam GmbH tief in die Geschichte des Ortes eingebunden.
Die Sportschule ist heute eine der führenden Institutionen ihrer Art in Deutschland. Als „Eliteschule des Sports“ (DOSB) und „Eliteschule des Fußballs“ (DFB) bietet sie rund 700 Schülern und 120 Lehrkräften sowie Trainern einen besonderen Rahmen. Besonders bekannt ist sie als erste deutsche Schule, die das „additive Abitur“ anbietet, ein Modell, das den hohen sportlichen Anforderungen und der schulischen Ausbildung flexibel gerecht wird. Ein Großteil der Athleten wird zudem im benachbarten „Haus der Athleten“ untergebracht. Mit der neuen Aula, den zusätzlichen Flächen und der energetischen Aufwertung soll die Schule auch zukünftig als Vorreiter für den Sportunterricht dienen.