Grabstätte von Clausewitz in Burg neu enthüllt

Die umfassend restaurierte Grabstätte von Carl und Marie von Clausewitz wurde am Burger Ostfriedhof feierlich enthüllt und ist nun wieder in ihrer historischen Pracht sichtbar

Grabstätte von Clausewitz in Burg neu enthüllt
Symbolfoto · Foto: Mandell Smock / Unsplash

Mit einem festlichen Akt in besonderer Atmosphäre wurde am Donnerstag, dem 16. Juli, die umfassend restaurierte Grabstätte von Carl und Marie von Clausewitz auf dem Burger Ostfriedhof der Öffentlichkeit übergeben. Zahlreiche Gäste aus Politik, Denkmalpflege, der Bundeswehr sowie Vertreter der Clausewitz-Gesellschaft und lokaler Vereine nahmen an der Veranstaltung teil. Wenige Tage nach dem 246. Geburtstag des in Burg geborenen Militärtheoretikers fand damit ein jahrelang intensiv vorbereitetes Denkmalpflegeprojekt seinen erfolgreichen Abschluss.

Die Restaurierung sicherte nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der Stadtgeschichte, sondern würdigt zugleich die Rolle Marie von Clausewitz’ als Bewahrerin des wissenschaftlichen Erbes ihres Mannes. Besonders engagierte sich Rolf Gädke vom Freundeskreis Carl von Clausewitz-Burg, der die Planungen und die Durchführung der Veranstaltung maßgeblich koordinierte. Gemeinsam mit Dr. Rolf-Reiner Zube, Leiter der Clausewitz-Erinnerungsstätte Burg, begleitete er das Projekt bis zur feierlichen Enthüllung.

Historischer Hintergrund und Überführung

Die Grabanlage auf dem Burger Ostfriedhof ist von großer historischer Bedeutung. Nachdem der ursprüngliche Friedhof in Breslau aufgelöst worden war, wurden die sterblichen Überreste des Ehepaares 1971 in die damalige DDR überführt und hier beigesetzt. Carl von Clausewitz, geboren am 1. Juli 1780 in Burg, starb am 16. November 1831 an der Cholera. Seine Ehefrau Marie von Clausewitz, geborene Gräfin von Brühl, veröffentlichte nach seinem Tod dessen unvollendetes Hauptwerk „Vom Kriege“ und bewahrte so sein Vermächtnis für die Nachwelt.

Die Grabstätte zählt zu den wichtigsten historischen Erinnerungsorten der Stadt und ist aus geschichtlichen, kulturell-künstlerischen und städtebaulichen Gründen ins Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt eingetragen. Sie steht damit in einer Reihe mit über 680 weiteren Denkmälern in Sachsen-Anhalt, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert wurden.

Finanzierung und Restaurierungsarbeiten

Die organisatorische Vorbereitung der Feierstunde sowie die Begleitung des Restaurierungsprojektes wurden über viele Monate hinweg intensiv unterstützt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz förderte die Arbeiten mit 7.000 Euro, die aus Spenden und den Erträgen der Lotterie GlücksSpirale stammten. Hinzu kamen Beiträge der Clausewitz-Gesellschaft e. V. sowie zahlreiche private Spenderinnen und Spender.

Die eigentlichen Restaurierungsarbeiten führte die auf Naturstein spezialisierte Firma steinfest Restaurierung GbR aus Potsdam aus. Restaurator Theo Querhammer erläuterte die einzelnen Arbeitsschritte: von der schonenden Reinigung der Marmoroberflächen über die Rekonstruktion der historischen Schriftfassungen bis hin zur Neuvergoldung des Grabkreuzes und der abschließenden Schutzbehandlung.

„Wenn wir heute hier auf dem Burger Ostfriedhof stehen, dann sehen wir nicht nur eine wunderbar restaurierte Grabplatte und ein restauriertes Grabkreuz. Wir sehen eine Grabanlage, ein Denkmal, das seit fast zwei Jahrhunderten an zwei Menschen erinnert, deren Leben weit über Burg hinaus Wirkung entfaltet hat.“ – Dr. Rolf-Reiner Zube

Feierliche Enthüllung und Würdigung

Bürgermeister Philipp Stark eröffnete die Zeremonie und würdigte die Bedeutung der Grabstätte für die Identität der Stadt Burg. „Ich danke allen, die dieses Projekt möglich gemacht haben, und freue mich, die restaurierte Grabstätte heute gemeinsam mit Ihnen wieder der Öffentlichkeit zu übergeben“, so Stark. Auch Stadtratsvorsitzender Markus Kurze, Prof. Dr. Christian Antz als Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie Oberstleutnant d. R. Ralph Huber, Geschäftsführer der Clausewitz-Gesellschaft, hoben in ihren Grußworten das vorbildliche Zusammenwirken aller Beteiligten hervor.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die feierliche Enthüllung des restaurierten Grabkreuzes und der Grabplatte durch Bürgermeister Stark, Prof. Dr. Antz, Ralph Huber und Markus Kurze. Im Anschluss gedachten die Anwesenden mit der Niederlegung eines Blumengebindes der Stadt Burg durch Stefanie Deckert Carl und Marie von Clausewitz.

Rolf Gädke ist sich sicher, dass die restaurierte Ruhestätte eine erstaunliche und würdevolle Wirkung auf die Besucher ausüben wird. Für ihn und Dr. Zube ist die gelungene Restaurierung Ausdruck dessen, was durch das Zusammenwirken von ehrenamtlichem Engagement, kommunaler Unterstützung, fachlicher Kompetenz und großzügigen Förderern erreicht werden kann. Mit der abgeschlossenen Arbeit ist ein wertvolles Kulturdenkmal gesichert und ein Ort erhalten worden, an dem Geschichte anschaulich vermittelt wird.