Görden: Anwohner kritisieren Tempo-30 für Gladiolenweg

Anwohner im Gladiolenweg auf dem Görden kritisieren die Umstellung von Schrittgeschwindigkeit auf Tempo 30, während benachbarte Straßen verkehrsberuhigt bleiben, doch die Stadt Brandenburg gibt bisher keine Erklärung für die isolierte Maßnahme ab

Görden: Anwohner kritisieren Tempo-30 für Gladiolenweg
Symbolfoto · Foto: mr doorm / Unsplash

Was haben sich die Verkehrsplaner im Rathaus nur dabei gedacht? Diese Frage stellen sich momentan viele Anwohner im Gladiolenweg auf dem Görden. Die Stadt Brandenburg hat dort eine einzelne Straße aus dem verkehrsberuhigten Bereich herausgelöst und stattdessen Tempo-30-Schilder postiert. Statt der bisher geltenden Schrittgeschwindigkeit wird im Bereich, in dem viele Familien wohnen, künftig deutlich schneller gefahren.

Für massives Unverständnis und Frust sorgt dabei der Umstand, dass alle angrenzenden Nebenstraßen, wie der Geranienweg oder der Kornblumenweg, weiterhin als verkehrsberuhigte Bereiche gelten. Hier dürfen Fahrzeuge nur Schrittgeschwindigkeit fahren, was rechtlich einem Wert von etwa 7 bis 10 km/h entspricht. Der Gladiolenweg hingegen ist nun als Tempo-30-Zone ausgewiesen, was eine deutlich höhere Geschwindigkeit erlaubt. Die rechtliche Unterscheidung ist für die Bewohner vor Ort kaum nachvollziehbar, zumal das gesamte Wohngebiet seit seiner Errichtung 1996 als einheitlicher verkehrsberuhigter Bereich wahrgenommen wurde.

Hintergrund der Umwidmung

Der Görden ist als ruhige Gartenstadt mit viel Grün, Spielplätzen und einer starken Gemeinschaft bekannt. Seit über 75 Jahren prägt dieser Charakter den Stadtteil, der zudem über eine gute Infrastruktur mit Schulen, Kitas und Einkaufsmöglichkeiten entlang der Gördenallee verfügt. Die Umwidmung des Gladiolenwegs steht im Kontrast zu diesem Bild. Erreicht wurde das Wohngebiet offiziell erst 1996, nachdem der entsprechende Bebauungsplan „Wohn- und Gewerbepark Görden“ bereits 1993 in Kraft getreten war. Seitdem galt die Straße in der Wahrnehmung der Anwohner als verkehrsberuhigt.

Nun erfordert die neue Regelung etwa 13 neue Verkehrsschilder, um den Bereich komplett umzubeschildern. Der Sinn hinter dieser Maßnahme ist bisher völlig unklar. Während die benachbarten Straßen wie der Geranienweg ihren Status behalten, wurde der Gladiolenweg als einziger Ausreißer behandelt. Dies wirft Fragen auf, warum gerade diese Straße ausgenommen wurde, obwohl sie strukturell und verkehrstechnisch kaum von den anderen unterscheidbar ist.

Keine Antwort aus dem Rathaus

Bisher hat die Stadt Brandenburg an der Havel keine offizielle Stellungnahme zu dem Fall abgegeben. Auch im Rathaus gibt es keine Erklärung, warum diese Änderung vorgenommen wurde und ob sie auf einem planerischen Fehler oder einer gezielten Entscheidung beruht. Die fehlende Kommunikation sorgt zusätzlich für Verunsicherung. Für die Familien, die sich in einer Umgebung mit Schrittgeschwindigkeit sicher fühlten, bedeutet die neue Regelung eine spürbare Verschlechterung der Lebensqualität.

Die Situation bleibt angespannt, solange keine Klarheit herrscht. Angesichts des großen Grünanteils und der vielen Kinder auf dem Görden wäre eine einheitliche Tempo-30-Regelung oder gar eine Beibehaltung der verkehrsberuhigten Zone für alle Straßen eigentlich logischer. Doch während die Anwohner ihre Fragen stellen, bleiben die Planer stumm.