BVG testet farbige Notrufmarkierungen an drei Bahnhöfen
Die BVG testet ab sofort farbige Bodenmarkierungen an Notrufsäulen, um Fahrgästen an drei U-Bahnhöfen eine schnellere Orientierung zu ermöglichen
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) starten ein neues Pilotprojekt zur besseren Sichtbarkeit ihrer Notruf- und Informationssäulen. Unter dem Arbeitstitel „Pink*Zone“ werden ab sofort farbige Markierungen auf dem Boden rund um die Säulen an ausgewählten U-Bahnhöfen angebracht. Ziel ist es, Fahrgästen eine schnelle Orientierung zu ermöglichen, falls sie Hilfe benötigen. „Sicherheit bedeutet nicht nur Technik und Personal, sondern auch Orientierung“, erklärte Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG. „Es muss auf einen Blick erkennbar sein, wo Unterstützung erreichbar ist.“
Das Testfeld umfasst zunächst drei Stationen: den Alexanderplatz, die Kurfürstenstraße und den Bahnhof Britz Süd. Während der Name „Pink*Zone“ auf die Farbe Pink verweist, die für die Punkte Punkt, Information, Notruf und Kontakt steht, variiert die Ausführung in der Praxis. Nicht alle Flächen sind einheitlich pink gestaltet; an der Kurfürstenstraße etwa wurden die Markierungen bereits in Hellblau aufgetragen. Die BVG testet damit verschiedene Farben, um herauszufinden, welche sich am besten im hektischen Bahnhofsumfeld abheben und am längsten halten.
Funktion der Notrufsäulen
Hinter den Markierungen stehen 573 Notruf- und Informationssäulen, die aktuell an allen Berliner U-Bahnhöfen installiert sind. Jeder Bahnhof verfügt dabei mindestens über zwei dieser Einheiten. Die Säulen sind mit drei farblich kodierten Tasten ausgestattet, die jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllen: Der rote Knopf löst einen direkten Notruf zur Sicherheitsleitstelle aus, die gelbe Taste dient der allgemeinen Information und Fahrplanauskunft, während die blaue Taste Fragen zur Barrierefreiheit und zum Aufzugstatus beantwortet.
Wird der rote Notrufknopf betätigt, kann die Sicherheitsleitstelle die Situation sofort per Kamera einsehen und gezielt Polizei, Feuerwehr oder BVG-Personal alarmieren. Der Grundsatz der Betreiber lautet dabei: „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“. Im Durchschnitt wird der rote Knopf täglich rund 800 Mal ausgelöst. Im Ernstfall können Rettungswagen innerhalb von sieben bis neun Minuten am Einsatzort eintreffen.
Testphase und Haltbarkeit
Der Start des Projekts fällt in die Amtszeit von Henrik Falk, der seit dem 1. Januar 2024 wieder die BVG führt und nach einer achtjährigen Tätigkeit bei der Hamburger Hochbahn zu den Berliner Verkehrsbetrieben zurückkehrte. Seine Strategie „Stabilität vor Wachstum“ schlägt sich auch in solchen Sicherheitsinvestitionen nieder. Die Testphase der „Pink*Zone“ ist auf mindestens drei Monate angelegt.
Neben der Akzeptanz bei den Fahrgästen soll insbesondere geprüft werden, wie lange die Bodenmarkierungen im stark frequentierten Alltag der U-Bahnhöfe halten. Die BVG will so herausfinden, ob eine flächendeckende Einführung der farbigen Kennzeichnung an allen 570 bis 573 Standorten langfristig sinnvoll ist. Bisherige Erfahrungen mit ähnlichen Sicherheitsinitiativen in anderen deutschen Verkehrsbetrieben deuten darauf hin, dass eine klare visuelle Markierung die Reaktionszeit von hilfesuchenden Personen deutlich verkürzen kann.