BVG testet Pink*Zone an fünf Berliner U-Bahnhöfen
Die BVG markiert Notruf- und Informationssäulen an fünf Berliner U-Bahnhöfen auffällig farbig, um die Orientierung und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu stärken
Pink, Gelb, Blau und Rot: Mit diesen auffälligen Farben sollen die Notruf- und Informationssäulen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Alltag besser auffindbar werden. Das Ziel ist es, die wahrgenommene und reale Sicherheit in den U-Bahnhöfen zu steigern. Seit dem 21. Juli 2026 läuft das Pilotprojekt „Pink*Zone“, bei dem ausgewählte Bahnhöfe neu markiert werden. Die ersten drei Stationen – Alexanderplatz, Kurfürstenstraße und Britz-Süd – sind bereits mit den bunten Markierungen ausgestattet. Morgen, am 22. Juli, sollen die U-Bahnhöfe Walther-Schreiber-Platz und Osloer Straße folgen.
Jeder der fünf Testbahnhöfe erhält dabei eine individuelle Farbgestaltung. Die BVG will herausfinden, welche der Varianten von den Fahrgästen am besten wahrgenommen wird und am effektivsten zur Orientierung beiträgt. Über einen QR-Code, der direkt an den Säulen angebracht ist, können Nutzer ihre Einschätzung zu den Markierungen abgeben. Sollte das Feedback positiv ausfallen, plant die BVG, das Konzept auf weitere Stationen auszuweiten. Aktuell stehen in der Hauptstadt insgesamt 570 solcher Säulen, die überwiegend in den U-Bahnhöfen installiert sind. Wer sich unwohl fühlt oder Hilfe benötigt, kann über den Notrufknopf jederzeit direkt die Sicherheitsleitstelle erreichen. Dort werden die Situationen per Videoüberwachung eingeschätzt und bei Bedarf Unterstützung geschickt.
Bedeutung von Orientierung für die Sicherheit
Das Akronym „Pink*Zone“ steht für „Punkt für Information, Notruf und Kontakt“. Das Sternchen im Namen symbolisiert dabei die Inklusivität des Projekts, das alle Fahrgäste unabhängig von ihrer Herkunft oder Identität ansprechen soll. BVG-Chef Henrik Falk (56) unterstreicht, dass Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr nicht nur durch Technik und Personal gewährleistet wird, sondern auch durch eine klare Orientierung. „Wenn Fahrgäste schnell wissen, wo sie Hilfe finden, steigt das Sicherheitsgefühl“, so die Intention hinter der bunten Gestaltung.
Das Pilotprojekt ist Teil eines umfassenderen Sicherheitskonzepts, das die BVG in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt hat. Dazu gehören der permanente Einsatz von rund 250 Sicherheitskräften, die rund um die Uhr im Einsatz sind, sowie der Einsatz von KI-gestützter Kameraüberwachung. Bereits im April 2026 hatte die Verkehrsbetriebe das Projekt „Sicherheitsradar“ vorgestellt, das weitere technische Maßnahmen zur Prävention umfasst.
Positiver Trend bei der Kriminalität
Die neuen Maßnahmen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Sicherheitsbilanz der BVG bereits positive Signale sendet. Laut den aktuellen Daten erreichte die Zahl der Straftaten in Fahrzeugen und an Bahnhöfen im vergangenen Jahr den niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Dieser Trend setzte sich im ersten Halbjahr 2026 fort. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Zahl der registrierten Delikte um rund 16 Prozent. Die BVG führt diesen Rückgang direkt auf ihr integriertes Sicherheitskonzept zurück, zu dem nun auch die farbigen Markierungen der „Pink*Zone“ gehören.
Die Kombination aus sichtbaren Hilfestellen, technischer Überwachung und einem starken Präsenzpersonal scheint zu wirken. Während die bunten Säulen zunächst als Test an fünf Stationen starten, könnte ihr Erfolg entscheiden, ob sie bald in vielen weiteren Bahnhöfen Berlins für mehr Orientierung und ein ruhigeres Reisegefühl sorgen werden.