Fast ein Fünftel der Landesbeschäftigten in Sachsen-Anhalt arbeitet bei der Polizei
Fast ein Fünftel aller Beschäftigten im Kernhaushalt von Sachsen-Anhalt arbeitet bei der Polizei. Laut dem Statistischen Landesamt waren zum 30. Juni 2025 genau 8.330 Personen im Polizeidienst tätig, was einem Anteil von 19,1 Prozent an der gesamten Landesbelegschaft entspricht. Trotz eines leichten Anstiegs der Gesamtzahl und eines gestiegenen Frauenanteils auf fast 35 Prozent stehen die Verantwortlichen vor erheblichen Herausforderungen bei der Nachwuchsgewinnung.
Fast ein Fünftel der gesamten Landesbelegschaft in Sachsen-Anhalt arbeitet bei der Polizei. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes waren am 30. Juni 2025 genau 8.330 Personen im Polizeidienst beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von 19,1 Prozent an allen 43.520 Beschäftigten im Kernhaushalt des Landes. Im Vergleich zum Jahr 2020, als noch 8.155 Personen tätig waren, bedeutet dies einen Anstieg um 175 Mitarbeiter bzw. 2,2 Prozent.
Strukturwandel im Dienst
Die Zusammensetzung der Belegschaft hat sich in den letzten fünf Jahren deutlich verändert. Während 2020 noch fast jede zehnte Person in Teilzeit arbeitete, war es 2025 nur noch knapp jede 15. Die Teilzeitquote sank damit von 9,5 auf 6,8 Prozent. Dieser Rückgang geht einher mit einem Anstieg der Vollzeitäquivalente von 7.960 auf 8.235, was einer Steigerung von 3,4 Prozent entspricht. Gleichzeitig hat sich der Frauenanteil erhöht: Von 32,3 Prozent im Jahr 2020 auf 34,9 Prozent im Jahr 2025. Damit ist inzwischen jede dritte Stelle im Polizeibereich mit einer Frau besetzt.
Herausforderungen bei der Nachwuchsgewinnung
Trotz dieser positiven Zahlen im Gesamtbestand stehen die Verantwortlichen vor erheblichen Herausforderungen bei der langfristigen Personalplanung. Das im Koalitionsvertrag festgeschriebene Ziel von 7.000 Polizeivollzugsbeamten wird voraussichtlich erst Ende 2027 oder Anfang 2028 erreicht, wie Berichte bestätigen. Ursprünglich war die Erreichung dieses Ziels für das Jahr 2026 geplant.
Ein Hauptgrund für diese Verzögerung sind die hohen Abbrecherquoten in der polizeilichen Ausbildung. Diese liegen aktuell bei rund 26 Prozent und haben sich damit im Vergleich zu 2015 (17 Prozent) fast verdoppelt. Obwohl im Jahr 2025 mit 2.826 Bewerbern eine hohe Nachfrage bestand, wurden nur 373 Anwärter eingestellt. Dies liegt weit unter dem angestrebten Ziel von 450 neuen Auszubildenden pro Jahr, wie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Sachsen-Anhalt kritisiert und auf eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit hinweist.
Politische Konsequenzen
Angesichts der angespannten Sicherheitslage und der verzögerten Personalentwicklung plant Innenministerin Tamara Zieschang eine Überprüfung der festgelegten Zielzahl von 7.000 Beamten. Die Gewerkschaft fordert zwar Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Berufs, begrüßt jedoch den Verzicht auf eine Senkung der Prüfungsstandards, um die Qualität der Ausbildung zu sichern. Der Kernhaushalt des Landes insgesamt hat sich in den letzten fünf Jahren kaum verändert; die Zahl der Beschäftigten stieg nur geringfügig von 43.500 auf 43.520, während die Polizei mit fast 20 Prozent den größten Einzelbereich darstellt.