Zur Übersicht

Potsdam plant Beitritt zum Europäischen Forum für urbane Sicherheit und DEFUS

Die Landeshauptstadt Potsdam plant den Beitritt zum Europäischen Forum für urbane Sicherheit (EFUS) und dessen deutscher Sektion DEFUS, um internationale Präventionsstrategien zu nutzen. Der Vorstoß wurde am 16. Juni dem Ausschuss für Ordnung, Sicherheit und Katastrophenschutz vorgestellt und bedarf noch der Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung. Ziel ist es, durch den Austausch mit über 250 Mitgliedsstädten aus 18 Ländern soziale Prävention und die Gestaltung sicherer öffentlicher Räume zu stärken.

Die Landeshauptstadt Potsdam plant, ihre Sicherheitsstrategie durch den Beitritt zum Europäischen Forum für urbane Sicherheit (EFUS) und zum Deutsch-Europäischen Forum für urbane Sicherheit (DEFUS) zu internationalisieren. Über diesen Vorstoß wurde der Ausschuss für Ordnung, Sicherheit und Katastrophenschutz bereits am 16. Juni informiert. Die endgültige Entscheidung über den Beitritt obliegt jedoch noch der Stadtverordnetenversammlung.

Ein Netzwerk mit langer Tradition

Das EFUS wurde bereits 1987 in Paris unter der Schirmherrschaft des Europarates gegründet und hat sich seither zu einem der größten Verbünde für kommunale Sicherheitspolitik entwickelt. Heute zählt das Netzwerk über 250 Mitgliedsstädte aus 18 Ländern, die sich regelmäßig über Best-Practice-Modelle zur Kriminalprävention und Konfliktlösung austauschen. Während das EFUS den europäischen Rahmen bildet, fungiert das DEFUS als nationale Schnittstelle für deutsche Kommunen. Hier wird der fachliche Austausch organisiert, Wissenstransfer ermöglicht und gemeinsam an neuen Ansätzen urbaner Sicherheit gearbeitet.

Der Ansatz des Netzwerks geht weit über die reine Bekämpfung von Kriminalität hinaus. Stattdessen steht das Konzept der „urbanen Sicherheit" im Mittelpunkt, das soziale Prävention und die aktive Gestaltung sicherer öffentlicher Räume in den Vordergrund stellt. Andere deutsche Landeshauptstädte wie Berlin, Hamburg oder München sind bereits seit Jahren aktive Mitglieder im EFUS-Netzwerk und profitieren von diesem internationalen Erfahrungsaustausch.

Ziele der Potsdamer Sicherheitspolitik

Die Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit, Brigitte Meier, begründet den geplanten Schritt mit dem Wunsch nach einer offenen und resilienten Stadtgesellschaft. „Öffentliche Sicherheit ist eine zentrale Voraussetzung für Lebensqualität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine offene Stadtgesellschaft", erklärt die für das Amt für Ordnung und Sicherheit zuständige Beigeordnete. Urbane Sicherheit umfasse dabei die Gestaltung sicherer öffentlicher Räume, soziale Teilhabe und demokratische Resilienz. Mit dem Beitritt zu EFUS und DEFUS erschließen sich Potsdam einen europäischen Erfahrungsraum und neue gemeinsame Lernprozesse.

Der Weg zum finalen Beschluss folgt dem üblichen Potsdamer Ratsweg. Nach der Information des zuständigen Ausschusses wird die Stadtverordnetenversammlung in einer öffentlichen Sitzung über den Beitritt abstimmen. Sollte die Entscheidung positiv ausfallen, würde Potsdam sich damit in eine Reihe mit weiteren europäischen Großstädten stellen, die ihre Sicherheitskonzepte durch internationale Vernetzung stärken wollen.