Erste Asiatische Hornisse in Eisenhüttenstadt gesichtet

Erstmals wurde in Brandenburg ein Nest der invasiven Asiatischen Hornisse in Eisenhüttenstadt entdeckt, das am kommenden Freitag beseitigt werden soll

Erste Asiatische Hornisse in Eisenhüttenstadt gesichtet
Symbolfoto · Foto: Luis K / Unsplash

Erstmals wurde in Brandenburg ein Nest der gefährlichen Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) entdeckt. Das Insekt wurde am 17. Juli unter dem Dachvorsprung eines Bürogebäudes in Eisenhüttenstadt gesichtet und soll am kommenden Freitag, dem 24. Juli, fachgerecht beseitigt werden. Das Agrar- und Umweltministerium in Potsdam bestätigte den Fund und wies darauf hin, dass es sich um ein schnell wachsendes Nest handelt, das dringend entfernt werden muss, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Der Fundort an der östlichen Landesgrenze überrascht die Experten. Bisher waren Vorkommen der Art vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands bekannt, wo sie sich seit Jahren ausgebreitet haben. Die Fachleute gehen davon aus, dass eine vom Menschen versehentlich verschleppte Königin für die Ansiedlung in Eisenhüttenstadt verantwortlich ist. Ein ähnlicher Einzelfall ereignete sich bereits 2023 in Berlin, der durch eine schnelle Beseitigung erfolgreich eingedämmt werden konnte.

Gefahr für Imkerei und Biodiversität

Die Asiatische Hornisse gilt als invasive Art und stellt eine erhebliche Bedrohung für die heimische Biodiversität dar, insbesondere für Honigbienen. Im Gegensatz zur heimischen Europäischen Hornisse, deren Nester meist nur bis zu 700 Tiere umfassen, kann ein Nest der asiatischen Art bis zu 2.000 Individuen beherbergen. Diese Kolonien machen gezielt Jagd auf Bienenstöcke, indem sie die Bienen bereits vor dem Flugloch erbeuten. Da das Insekt auf der Unionsliste der invasiven Arten der EU steht und seit 2025 offiziell als in Deutschland „etabliert“ gilt, sind die Behörden verpflichtet, neue Funde in bisher nicht betroffenen Gebieten konsequent zu bekämpfen.

Für den Menschen ist eine einzelne Hornisse zwar nicht direkt gefährlicher als andere Wespenarten, doch die Nester werden aggressiv verteidigt. Wer sich einem Nest zu sehr nähert, riskiert Stiche, die für Allergiker lebensbedrohlich sein können. Das Landesamt für Umwelt (LfU) Brandenburg koordiniert die aktuellen Maßnahmen und wird von der örtlichen Feuerwehr unterstützt, um das Nest sicher zu entfernen.

Chancen auf vollständige Eindämmung

Da es sich beim Fund in Eisenhüttenstadt um eine isolierte Ansiedlung handelt, die weitab vom bisherigen Hauptverbreitungsgebiet liegt, sehen die Fachleute gute Chancen, eine weitere Ausbreitung im Raum Oder-Spree zu verhindern. Während in bereits stark besiedelten Gebieten im Westen Deutschlands der Fokus auf der Schadensminimierung liegt, zielen die Aktionen im Osten noch auf die vollständige Beseitigung ab.

Das Ministerium appelliert an die Bevölkerung, bei Sichtungen von verdächtigen Nestern oder Hornissen mit charakteristischer schwarz-brauner Färbung und orangefarbenen Beinen sofort die zuständigen Behörden zu informieren. Nur durch eine schnelle Meldung und Entfernung der Nester lässt sich verhindern, dass sich die Art dauerhaft in Brandenburg ausbreitet. Der Termin zur Beseitigung am Freitag soll den ersten Schritt in Richtung eines hornissenfreien Bundeslandes markieren.