Erste Asiatische Hornisse in Eisenhüttenstadt beseitigt

In Eisenhüttenstadt wurde erstmals in Brandenburg ein Nest der invasiven Asiatischen Hornisse entdeckt und erfolgreich beseitigt, während Experten nun die genetische Herkunft untersuchen

Zum ersten Mal wurde in Brandenburg ein Nest der invasiven Asiatischen Hornisse entdeckt und erfolgreich beseitigt. Fachleute mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehr rücken am Vormittag in Eisenhüttenstadt aus, um gegen die eingeschleppte Art vorzugehen. Während die Art im Westen Deutschlands bereits verbreitet ist, war ein Fund im Osten des Landes bisher nicht nachgewiesen worden. Das Überraschungsmoment liegt dabei nicht nur im Ort, sondern auch im genauen Zeitpunkt: Bereits am 17. Juli 2026 hatten Experten das Nest unter dem Dachvorsprung eines Bürogebäudes lokalisiert. Die Beseitigung erfolgte nun am 24. Juli 2026 durch vom Landesumweltamt beauftragte Experten.

Gefahr für die Bienen, keine Panik für Menschen

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) stammt ursprünglich aus Südostasien und gilt als eine der bedrohlichsten invasiven Arten für die heimische Biodiversität. Ihr Hauptziel sind Honigbienen, deren Bestände sie durch massenhaften Raub dezimieren kann. Die Staaten der Asiatischen Hornisse können bis zu 2.000 Tiere umfassen, während eine Kolonie der heimischen Hornisse nur bis zu 700 Individuen zählt. Aus diesem Grund wird die Art konsequent bekämpft, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Für die menschliche Bevölkerung stellt das Tier jedoch keine übermäßige Gefahr dar, solange man sich nicht in Nestnähe aufhält. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz teilte mit, dass sich die Hornisse fernab ihres Nestes nicht aggressiv gegenüber Menschen verhält. Vorsicht ist dennoch geboten: Werden die Nester, die oft an Carports, Schuppen, Garagen oder Scheunen angelegt werden, gestört, verteidigen die Tiere ihr Zuhause aggressiv.

Gefrorene Beseitigung und genetische Spurensuche

Holger Ackermann, Sprecher des Verbands Brandenburgischer Imker und Obmann für Öffentlichkeitsarbeit, begleitete die Maßnahmen. Im Nest befand sich eine fortpflanzungsfähige Königin sowie zahlreiche Arbeiterinnen. Ackermann warnte vor unnötiger Panik, betonte aber die Notwendigkeit eines schnellen und professionellen Vorgehens.

Die Beseitigung erfolgte durch vom Landesumweltamt beauftragte Experten mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehr. Die toten Tiere werden nun im Labor einer genetischen Untersuchung unterzogen. Ziel ist es, den Weg der Tiere in die ostbrandenburgische Stadt an der polnischen Grenze zu rekonstruieren. Experten gehen davon aus, dass eine vom Menschen versehentlich verschleppte Königin für den Fund verantwortlich ist. Dies erklärt auch, warum sich das Nest weitab des bisherigen Verbreitungsgebiets befand.

Vorbereitung auf den Ernstfall

Obwohl der Fund in Eisenhüttenstadt die Experten überraschte, da sie erste Nachweise eher im Westen Brandenburgs in der Nähe der Elbe erwartet hatten, war das Land auf einen solchen Fall vorbereitet. Die Asiatische Hornisse erreichte Deutschland bereits 2014, nachdem sie 2004 erstmals nach Südfrankreich eingeschleppt worden war. Nun gilt es, den ersten Fund in Brandenburg als Warnsignal zu nutzen, um die weitere Ausbreitung zu stoppen. Die genetische Analyse soll Aufschluss darüber geben, ob es sich um einen isolierten Einzelfall oder den Beginn einer neuen Population handelt.