Crumbach fordert Alkoholverbot auch in Zügen und Bussen

Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach fordert ein Alkoholverbot auch in Zügen und Bussen, da er das geplante Verbot an Bahnhöfen für inkonsequent hält

Crumbach fordert Alkoholverbot auch in Zügen und Bussen
Symbolfoto · Foto: Mihail Cioinica / Unsplash

Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) hält das geplante Alkoholverbot der Deutschen Bahn an Bahnhöfen für inkonsequent. Der Minister fordert, dass der Konsum von Bier, Wein und Spirituosen nicht nur an den Stationen, sondern konsequenterweise auch innerhalb der Züge und Busse untersagt sein muss. „Konsequenterweise muss Alkohol auch in den Zügen selbst tabu sein“, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung. Crumbach betont: „Ich bin dafür, dass wir einen klaren Schnitt machen: Kein Alkohol an den Bahnhöfen und kein Alkohol in den Zügen. Punkt.“

Bahn plant flächendeckendes Verbot an Stationen

Die Deutsche Bahn hat angekündigt, den Alkoholkonsum an allen bundesweit 5.400 Bahnhöfen zu unterbinden. Die flächendeckende Umsetzung dieser Maßnahme soll bis zum 15. Oktober 2026 abgeschlossen sein. Als Hauptgrund für das Vorhaben nennt der Verkehrskonzern den Schutz des Personals sowie der Reisenden vor Gewalt und Stresssituationen.

Ausdrücklich ausgenommen vom Verbot ist der Genuss von Alkohol in lizenzierten Gastronomiebetrieben innerhalb der Bahnhöfe. Auch das Mitführen von Getränken in originalverschlossenen Flaschen oder Dosen, etwa aus dem Einkauf, bleibt weiterhin gestattet. Bisher sind jedoch keine Verbote für den Konsum innerhalb der Züge selbst vorgesehen.

Forderung nach Verbot im gesamten Nahverkehr

Crumbach sieht in dem geplanten Bahnhofsverbot zwar einen Schritt in die richtige Richtung, fordert aber sofort die Ausweitung auf den gesamten öffentlichen Nahverkehr. „Der nächste logische Schritt ist, den Alkoholkonsum im öffentlichen Nahverkehr insgesamt zu untersagen – in Regionalzügen, S-Bahnen und Bussen“, so der Minister. Er verweist auf Erfahrungen, wonach viele Übergriffe auf Zugbegleiter und ein Großteil der angespannten Situationen im Zug unter Alkoholeinfluss stattfinden.

„Wer unbedingt trinken will, kann das zu Hause oder in der Kneipe tun. Bahn und Bus sind dafür der falsche Ort“, führte Crumbach aus. Er betonte gleichzeitig, dass ein Verbot allein nicht ausreicht. Zur Durchsetzung seien zusätzliche Sicherheitskräfte, der Einsatz von Bodycams und eine konsequente Strafverfolgung notwendig. „Das eine ersetzt das andere nicht“, erklärte der Minister. Ohne ein klares Alkoholverbot würde man lediglich hinterher aufräumen, anstatt die Probleme an der Wurzel zu packen.

Politischer Hintergrund und Durchsetzung

Robert Crumbach, der seit dem 18. März 2026 das Amt des Infrastrukturministers in Brandenburg innehat, hat seinen politischen Werdegang zuvor als Finanzminister und kurzzeitig als Fraktionsvorsitzender der BSW im Landtag absolviert. Seine Forderung nach einem umfassenden Alkoholverbot knüpft an die Sicherheitsdebatte im Schienenverkehr an.

Für die Umsetzung des Verbots an den Bahnhöfen plant die Deutsche Bahn den verstärkten Einsatz von Sicherheitskräften und der Bundespolizei. Als Sanktionen bei Verstößen sind Platzverweise und Hausverbote vorgesehen. Ob das Verbot auf einer neuen Rechtsverordnung oder bestehenden Hausordnungen der Bahn basiert, ist Gegenstand der laufenden Planungen. Andere Verkehrsbetriebe, wie die S-Bahn Berlin oder die Münchner Verkehrsgesellschaft, verhängen bereits ähnliche Restriktionen, was Crumbach als Vorbild für eine bundesweite Einheitlichkeit im Nahverkehr dienen könnte.