Redmann setzt auf Patchwork statt Leihmutterschaft
Brandenburgs CDU-Chef Jan Redmann hat sich bewusst gegen eine Leihmutterschaft entschieden und wählte stattdessen eine Patchwork-Lösung mit der Geburtsmutter
Brandenburgs CDU-Landesvorsitzender und Innenminister Jan Redmann hat sich bewusst gegen eine Leihmutterschaft entschieden. Während der ehemalige Unionsfraktionschef Jens Spahn vor wenigen Tagen aufgrund einer solchen Entscheidung zurücktrat, wählte Redmann zusammen mit seinem Partner einen anderen Weg, um seine heute zweijährige Tochter großzuziehen. „Wir sind heute gemeinsam mit der Mutter unseres Kindes in der Situation einer Patchwork-Familie“, sagte der 46-Jährige gegenüber dem „Nordkurier“.
Ethische Bedenken und rechtliche Lage
Redmann, der seit 2023 den Landesvorsitz der CDU Brandenburg innehat, zeigt sich der ethischen Komplexität des Themas bewusst. Er weiß, dass es „sehr berechtigte ethische Bedenken gegen eine Leihmutterschaft gebe, die ich gut nachvollziehen kann“. Für den Innenminister gehört die Frage der Leihmutterschaft wie viele andere Fragen am Anfang und Ende des menschlichen Lebens zu den großen, nicht einfach zu beantwortenden Themen.
Die Entscheidung für die gemeinsame Erziehung mit der Geburtsmutter steht in starkem Kontrast zu der Situation in Deutschland, wo Leihmutterschaften nach dem Embryonenschutzgesetz von 1990 strafbar sind. Auch die Vermittlung solcher Arrangements ist durch das Adoptionsvermittlungsgesetz verboten. Nach deutschem Recht gilt die gebärende Frau als rechtliche Mutter; Wunscheltern müssen die Vaterschaft in der Regel erst gerichtlich feststellen lassen. Das Auswärtige Amt warnt zudem vor erheblichen rechtlichen Problemen bei Leihmutterschaften im Ausland, da die deutsche Staatsangehörigkeit nicht automatisch über die Wunscheltern vermittelt wird.
Differenzierter Umgang statt Verurteilung
Trotz der klaren rechtlichen Lage und der ethischen Vorbehalte plädiert Redmann für einen differenzierten Blick auf die Betroffenen. „Ich tue mich deswegen schwer mit einer klaren Verurteilung von Menschen, die sich für die Leihmutterschaft entschieden haben“, betonte der Politiker. Seine eigene Lebensrealität ist dabei eine bewusste Abkehr von der internationalen Praxis, wie sie etwa bei Jens Spahn angewendet wurde.
Spahn und sein Ehemann ließen ihr Kind von einer Leihmutter in den USA zur Welt bringen. Nachdem dies öffentlich bekannt wurde und heftige Kritik auslöste, trat Spahn am Samstag, dem 18. Juli 2026, als Fraktionschef der CDU/CSU zurück. Redmanns Aussage erfolgt nun am Dienstag, drei Tage nach diesem politischen Ereignis, und markiert eine klare Positionierung innerhalb der eigenen Partei.
Ein offener Umgang mit der eigenen Familie
Der verheiratete Politiker geht seit Langem offen mit seiner Homosexualität um. Bereits 2023 schrieb er auf Facebook, dass er seit 18 Jahren mit seinem Mann zusammen sei. Bereits im März 2024 berichtete Redmann erstmals öffentlich von der Geburt seiner Tochter, die nun zwei Jahre alt ist. Sein Modell der gemeinsamen Erziehung mit der biologischen Mutter verdeutlicht seinen Ansatz, Kinderwünsche innerhalb der gesetzlichen und ethischen Rahmenbedingungen zu realisieren, ohne auf internationale Grauzonen zurückzugreifen.
Die Entscheidung für die Patchwork-Lösung unterstreicht Redmanns politische Haltung: Er erkennt die Schwierigkeiten an, die viele gleichgeschlechtliche Paare bei der Familiengründung haben, setzt aber auf Lösungen, die den deutschen Rechtsrahmen respektieren und die Beziehung zur Geburtsmutter konstruktiv gestalten.