CDU fordert von Keip Handeln gegen Wildschweine

Die CDU-Fraktion fordert von Oberbürgermeister Daniel Keip konkrete Schutzmaßnahmen gegen zunehmende Wildschwein-Sichtungen in der Innenstadt, da die bisherigen Aufklärungsbemühungen nicht ausreichten

CDU fordert von Keip Handeln gegen Wildschweine
Symbolfoto · Foto: Danny Kroon / Unsplash

Die CDU-Fraktion im Stadtrat von Brandenburg an der Havel hat Oberbürgermeister Daniel Keip zu einem entschlossenen Handeln gegen die zunehmenden Wildschwein-Sichtungen in der Innenstadt aufgefordert. Immer häufiger werden die Tiere vor Kindertagesstätten, auf Straßen und direkt auf den Gleisen der Straßenbahn gesichtet. Während die Verwaltung bislang vor allem auf Beobachtung und allgemeine Verhaltenstipps setzt, fordert die Opposition nun konkrete Schutzmaßnahmen, bevor es zu Unfällen mit Menschen oder Haustieren kommt.

„Niemand fordert Panik, aber die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass die Stadt handelt, bevor Menschen oder Haustiere zu Schaden kommen“, heißt es in der Stellungnahme der CDU. Es bedarf aus Sicht der Fraktion klarer Zuständigkeiten, fester Einsatzwege und konkreter Schutzvorkehrungen, insbesondere für vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und Besucher öffentlicher Veranstaltungen. Die aktuelle Strategie der Aufklärung allein reiche nicht aus, um die Tiere von sensiblen Bereichen fernzuhalten.

Politischer Wechsel und neue Verantwortung

Der Druck auf die Verwaltung ist vor dem Hintergrund des jüngsten Machtwechsels in der Stadt besonders hoch. Der langjährige CDU-Oberbürgermeister Steffen Scheller verlor im November 2025 die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Daniel Keip, der sein Amt am 7. März 2026 antrat. Nun richtet sich die Kritik der CDU-Fraktion an die neue SPD-Führung, die vor der Herausforderung steht, ein tragfähiges Sicherheitskonzept zu entwickeln, während die Probleme seit Jahren bekannt sind und die Bevölkerung zunehmend verunsichern.

Bereits im Oktober 2024 hatte die untere Jagdbehörde der Stadt, vertreten durch Meik Fabian, auf verstärkte Wildschweinschäden in Stadtteilen wie Neuendorf, Kirchmöser und Plaue reagiert. Damals wurden Infoblätter verteilt und die Bürger zur Eigeninitiative aufgerufen, während Jagdausübungsberechtigte zu einer verstärkten Bejagung angehalten wurden. Zwei Jahre später eskaliert die Debatte nun mit der Forderung nach weitreichenderen Eingriffen, da die Fraktion den bisherigen Ansatz als unzureichend bewertet.

Saufänge als mögliches Instrument prüfen

Ein zentraler Punkt der Kritik ist die Nichtnutzung von Lebendfangsystemen. Die CDU verweist darauf, dass das Land Brandenburg den kontrollierten Schwarzwildfang mit mobilen Saufängen ausdrücklich als mögliche Methode für befriedete und sicherheitsproblematische Bereiche nennt. Der Einsatz ist genehmigungspflichtig und muss durch qualifiziertes Personal erfolgen.

Die Rechtslage hat sich zudem durch das Land Brandenburg erleichtert: Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu bekämpfen, wurde das vereinfachte Anzeigeverfahren für den Einsatz von Saufängen in ASP-Sperrzonen bis zum 31. März 2029 verlängert. Zwar liegen die aktuellen Sperrzonen primär in den Landkreisen Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Spree-Neiße, Uckermark und Frankfurt (Oder), doch die CDU fordert, dass die Stadtverwaltung zumindest prüft, ob diese Instrumente auch für die innerstädtischen Gefahrenstellen in Brandenburg an der Havel genutzt werden können.

Zehn Fragen an den Oberbürgermeister

Um die Lage zu klären, hat die CDU-Fraktion Oberbürgermeister Daniel Keip konkrete Fragen vorgelegt, die den Kern der Debatte bilden:

  1. Sind der Stadt Fälle bekannt, in denen Personen oder Haustiere durch Wildschweine verletzt oder gefährdet wurden?
  2. Welche konkreten Maßnahmen ergreift die Stadtverwaltung, um Gefahren für Bürgerinnen und Bürger zu verhindern?
  3. Welche Zuständigkeiten bestehen zwischen Stadtverwaltung, Polizei, Jagdausübungsberechtigten und der unteren Jagd- bzw. Naturschutzbehörde?
  4. Gibt es ein abgestimmtes Einsatz- oder Sicherheitskonzept für den Umgang mit Wildschweinen im innerstädtischen Bereich?
  5. Wie werden Bürgerinnen und Bürger über richtiges Verhalten bei Begegnungen mit Wildschweinen informiert?
  6. Welche präventiven Maßnahmen werden umgesetzt, um Wildschweine dauerhaft aus der Innenstadt fernzuhalten (z. B. Abfallmanagement, Beseitigung von Futterquellen oder bauliche Maßnahmen)?
  7. Wie bewertet die Stadtverwaltung die aktuelle Gefährdungslage für die Bevölkerung?
  8. Besteht aufgrund der zunehmenden Sichtungen die Absicht, das bestehende Sicherheits- und Präventionskonzept zu erweitern oder anzupassen?
  9. Wie wird sichergestellt, dass insbesondere Kinder, ältere Menschen sowie Besucher öffentlicher Veranstaltungen vor möglichen Gefahren geschützt werden?
  10. Hat die Stadtverwaltung den Einsatz von Saufängen beziehungsweise Lebendfangsystemen für Schwarzwild im innerstädtischen Bereich geprüft? Falls nein, warum nicht?

Die Opposition warnt davor, dass Aufklärung allein keine Wildschweine von Wohngebieten oder Verkehrswegen fernhält. Die Stadt dürfe nicht erst reagieren, wenn ein schwerer Zwischenfall eingetreten sei. Es gelte nun, ein belastbares Sicherheits- und Präventionskonzept vorzulegen, das über reine Verhaltenshinweise hinausgeht.