Brandenburgs Innenminister Redmann würdigt Spahns Rücktritt und mahnt maßvollen Umgang an

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann würdigt Jens Spahns Rücktritt als Respekt vor der Familie und mahnt einen maßvollen Umgang in der Debatte an

Brandenburgs Innenminister Redmann würdigt Spahns Rücktritt und mahnt maßvollen Umgang an
Symbolfoto · Foto: Norbert Braun / Unsplash

Brandenburgs CDU-Landeschef Jan Redmann hat dem zurückgetretenen Unionsfraktionschef Jens Spahn Respekt für seine Entscheidung gezollt. Der Minister des Innern und für Kommunales in Brandenburg würdigte am Sonntag die Prioritätensetzung Spahns zugunsten der Familie und sprach sich gegen eine überzogene Kritik aus.

„Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie schwierig es sein kann, politische Verantwortung und höchstpersönliche Lebensentscheidungen in Einklang zu bringen“, teilte Redmann der Deutschen Presse-Agentur mit. Spahn habe sich der Debatte gestellt und „für sich die Konsequenz gezogen“, weil für ihn seine Familie an erster Stelle stehe. „Diese Entscheidung verdient Respekt.“

Der Rücktritt Spahns als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion erfolgte am Freitag, dem 18. Juli 2026, nach wachsendem Druck. Auslöser war die Enthüllung, dass Spahn und sein Mann Daniel Funke einen Sohn namens Georg über eine Leihmutter in den USA bekommen hatten. Während Leihmutterschaft in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten ist, nutzte das Paar eine Rechtslücke im Ausland. Die CDU hat sich historisch konsequent gegen eine Legalisierung ausgesprochen.

Kritik an der Debatte

Redmann hält Teile der öffentlichen Reaktion auf den Fall für problematisch. „Manche Kritik hatte dabei jedoch Maß und Mitte verloren. Das christliche Menschenbild muss sich auch im Umgang miteinander beweisen“, sagte der CDU-Landeschef. Die Kritik war unter anderem von der CDU-Ortsgruppe in Brilon, der Heimatstadt von Bundeskanzler Friedrich Merz, sowie von kirchlichen Vertretern wie Bischof Stefan Oster geäußert worden, die von „Doppelmoral“ sprachen.

Bundeskanzler Merz hatte den Rücktritt indes als „unvermeidbar“ bezeichnet und betont, dass Glaubwürdigkeit das höchste Gut in der Politik sei. Spahn hatte ursprünglich angekündigt, im September über seine politische Zukunft zu entscheiden, trat jedoch bereits Mitte Juli zurück, um die Koalitionsarbeit nicht weiter zu belasten.

Verdienst um die Fraktion

Trotz der Kontroverse dankte Redmann Spahn für seine Arbeit. „Jens Spahn hat unsere Bundestagsfraktion in den vergangenen Monaten mit großem Engagement, klarer Führung und hoher Verlässlichkeit geführt und gerade jüngst Reformen in der Koalition den Weg bereitet. Dafür gebühren ihm Dank und Anerkennung.“

Mit Spahns Ausscheiden aus dem Fraktionschefamt stellt sich nun die Frage nach der Nachfolge. Als mögliche Kandidaten für das Amt werden unter anderem Thorsten Frei, Günter Krings und Alexander Dobrindt genannt. Für Jan Redmann, der seit März 2023 Landesvorsitzender der CDU Brandenburg und seit März 2026 Innenminister sowie stellvertretender Ministerpräsident ist, bleibt die Situation ein Zeichen für die Komplexität des Spannungsfelds zwischen privater Lebensgestaltung und parteipolitischen Werten.