Berliner Zoo züchtet zweites Erdferkel in 13 Jahren
Im Berliner Zoo ist das zweite Erdferkel in 13 Jahren geboren worden, was einen wichtigen Erfolg für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm darstellt
Ein seltenes Ereignis im Berliner Zoo
Im Berliner Zoo ist erneut ein besonders seltenes Ereignis eingetreten: Das Erdferkel-Weibchen Memphis und ihr Partner Kito sind Eltern geworden. Der kleine „Höhlenkobold auf vier Pfoten“ erblickte am 11. Juli 2026 das Licht der Welt und ergänzt somit bereits im zweiten Jahr hintereinander die Familie der beiden Eltern. Das Weibchen Memphis ist sieben Jahre alt, ihr Partner Kito kommt auf ein Alter von zehn Jahren. Bereits im vergangenen Jahr hatten sie gemeinsam für Nachkommen gesorgt, als die kleine Frida geboren wurde.
Laut Angaben von Andreas Knieriem, dem Direktor des Zoologischen Gartens und des Tierparks Berlin, entwickelt sich der neue Familiennachwuchs hervorragend. Das Jungtier wiegt bereits jetzt drei Kilogramm. Obwohl es noch zu früh ist, das Geschlecht eindeutig zu bestimmen, hoffen die Pfleger, dass das Tier bald bei seinen ersten vorsichtigen Erkundungen der Außenanlage beobachtet werden kann. Derzeit verbringt es noch viel Zeit in der geschützten Wurfhöhle.
Bedeutung für den Artenschutz
Die Geburt ist mehr als nur ein nettes Ereignis für die Zoobesucher; sie ist ein wichtiger Meilenstein für den Artenschutz. Erdferkel zählen zu den schwierigsten Tieren in der Zucht, und der Berliner Zoo gehört weltweit zu den wenigen Einrichtungen, die in der Lage sind, diese Art erfolgreich nachzuziehen. Der letzte Nachwuchs im Berliner Zoo war im Jahr 2012 geboren worden. Damit ist dies erst der zweite Wurf in den letzten 13 Jahren. Die Zucht erfolgt im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) der EAZA, was die internationale Bedeutung dieses Wurfes unterstreicht.
Einzigartige Eigenschaften der Nachtjäger
Erdferkel sind faszinierende Einzelgänger, die ihre Heimat ursprünglich in der afrikanischen Subsahara-Region haben. Sie sind strikt nachtaktiv und schlafen tagsüber in ihren Höhlen. Eine ihrer markantesten Eigenschaften ist die bis zu 25 Zentimeter lange Zunge, mit der sie Termiten und Ameisen blitzschnell auflecken können. Beim Graben verfügen sie über einen besonderen Schutzmechanismus: Sie können ihre Nasenlöcher verschließen, damit keine Erde hineingerät.
Da die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung nur nachts aktiv sind, bieten Zoos wie der Berliner Zoo mit dem Nachttierhaus eine besondere Möglichkeit, sie zu beobachten. Dort sind Tag und Nacht um 12 Stunden vertauscht, sodass Besucher die Tiere auch tagsüber bei ihrer Nahrungssuche sehen können. Sollte das neue Erdferkel bald die Wurfhöhle verlassen, wird dies für die Besucher zu einer spannenden Begegnung mit diesen ungewöhnlichen Tieren führen.