Berlin und Brandenburg verzeichnen im April 2025 erneut steigende Bruttostundenverdienste für Beschäftigte

Im April 2025 stiegen die durchschnittlichen Bruttostundenverdienste in Berlin und Brandenburg erneut gegenüber dem Vorjahr

Symbolfoto · Foto: Ibrahim Boran / Unsplash

Im April 2025 haben die Beschäftigten in Berlin und Brandenburg im Durchschnitt wieder mehr pro Stunde verdient als im Vorjahr. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat die neuesten Zahlen zur Verdiensterhebung veröffentlicht. In der Hauptstadt lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst bei 27,42 Euro. Das sind 1,08 Euro mehr als im April 2024, als man noch bei 26,34 Euro lag. Der Vergleich mit 2023, als der Wert bei 25,12 Euro stand, zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend über die letzten drei Jahre.

Auch in Brandenburg ist der Stundenlohn gestiegen, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau. Im Referenzmonat April 2025 betrug der Durchschnitt 22,66 Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 21,71 Euro gewesen, 2023 lag der Wert bei 20,54 Euro. In diese Durchschnittswerte fließen die Löhne von Vollzeitbeschäftigten, Teilzeitkräften sowie geringfügig Beschäftigten ein.

Unterschiede zwischen den Regionen

Trotz des allgemeinen Anstiegs bleibt ein deutliches Gefälle zwischen den beiden Bundesländern bestehen. Berlin liegt mit seinem Stundenlohn deutlich über dem Bundesdurchschnitt, während Brandenburg unter diesem Wert bleibt. Im Vergleich zum gesamtdeutschen Niveau liegt das Arbeitnehmerentgelt je Arbeitsstunde in Berlin rund 7,4 Prozent darüber, in Brandenburg hingegen 14,5 Prozent darunter. Dies spiegelt das klassische Ost-West-Gefälle wider, wobei Berlin als wirtschaftsstarker Knotenpunkt eine Sonderstellung einnimmt.

Interessant ist zudem die Entwicklung der Reallöhne, also der Kaufkraft der Löhne nach Abzug der Inflation. Im dritten Quartal 2025 stiegen die Reallöhne in Berlin um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. In Brandenburg fiel dieser Anstieg mit 1,6 Prozent deutlich moderater aus.

Wer verdient wie viel?

Die Verteilung der Löhne zeigt ein klares Bild: Der überwiegende Teil der Beschäftigten in beiden Ländern verdient zwischen 12 und 18 Euro pro Stunde. Innerhalb dieser Spanne gibt es jedoch geschlechtsspezifische Unterschiede. In Berlin überwiegen in den unteren Verdienstklassen (bis unter 15 Euro) die Männer, während in den mittleren Bereichen (etwa 21 bis 26 Euro) der Frauenanteil höher ist. In Brandenburg ist das Muster ähnlich, wenngleich in den Klassen zwischen 15 und 18 Euro sowie unter 12 Euro die Männer dominieren.

Am oberen Ende der Skala, bei Stundenverdiensten von 65 Euro und mehr, sind in beiden Ländern fast ausschließlich Männer zu finden. Auch in den mittleren Spitzenverdienstklassen zwischen 21 und 31 Euro ist in Brandenburg der Frauenanteil zwar leicht höher, doch die absoluten Spitzenverdiener bleiben männlich dominiert.

Lohngerechtigkeit und Gender Pay Gap

Ein wichtiger Indikator für die Lohngerechtigkeit ist der unbereinigte Gender Pay Gap. Hier zeigt sich ein markanter Unterschied zwischen den beiden Ländern. In Berlin beträgt die Lücke zwischen den durchschnittlichen Stundenlöhnen von Männern und Frauen 10 Prozent. Frauen verdienen hier im Schnitt 2,87 Euro weniger pro Stunde als Männer.

In Brandenburg ist die Situation deutlich ausgeglichener. Mit einem Gender Pay Gap von nur 4 Prozent gehört das Land zu den Regionen mit der geringsten Lohnlücke in Deutschland. Betrachtet man den gesamten Gender Gap Arbeitsmarkt, der neben der Bezahlung auch Aspekte wie Arbeitszeit und Erwerbsbeteiligung einbezieht, schneiden beide Länder besser ab als der Bundesschnitt. Während der Bundesdurchschnitt bei 37 Prozent liegt, betrug der Wert 2025 in Berlin 23 Prozent und in Brandenburg 22 Prozent.

Die Erhebung der Verdienste erfolgt seit Januar 2022 monatlich. Es ist jedoch zu beachten, dass die Daten ab diesem Zeitpunkt aufgrund einer geänderten Methodik nur eingeschränkt mit den Werten aus den Vorjahren vor 2022 vergleichbar sind. Innerhalb des neuen Erhebungszeitraums zeigen die Zahlen jedoch eine konsistente Entwicklung nach oben.