Berlin Geburtenrate 2025 auf Tiefstand bei 1,18 Kindern

Die Geburtenrate in Berlin sank 2025 auf 1,18 Kinder pro Frau und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 2003, wobei nur noch drei Bezirke mehr Geburten als Sterbefälle verzeichneten

Immer später, immer weniger: Bei den Geburten in der Hauptstadt zeigt sich ein deutlicher Trend. Die Geburtenziffer je Frau erreichte in Berlin im Jahr 2025 mit 1,18 Kindern einen Tiefstand, der nicht mehr seit 2003 zu verzeichnen war. Damit liegt die Hauptstadt bundesweit am unteren Ende der Statistik, wo die durchschnittliche Geburtenrate bei 1,32 Kindern pro Frau liegt. Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei Berliner Müttern mit deutscher Staatsangehörigkeit: Diese bekamen im vergangenen Jahr im Schnitt nur noch 1,01 Kinder. Dieser Wert stellt den niedrigsten Stand seit dem sogenannten „Wendeknick“ in den frühen 1990er Jahren dar. Auch ausländische Frauen in Berlin zeigten einen Rückgang, wenn auch weniger drastisch: Ihre Geburtenziffer sank auf 1,56 Kinder (2024: 1,59).

Spätere Mutterschaft und regionale Unterschiede

Neben der sinkenden Zahl der Kinder pro Frau verschiebt sich auch das Alter der Mütter deutlich nach oben. Das Durchschnittsalter von Frauen bei der Geburt eines Kindes stieg 2025 auf 32,3 Jahre. Bei der Geburt des ersten Kindes waren Mütter durchschnittlich bereits 31,4 Jahre alt. Diese Verschiebung hin zu späterer Familienplanung trägt maßgeblich zur Demografie der Stadt bei und spiegelt sich in einer auffälligen räumlichen Spaltung wider.

Während die Gesamtbevölkerung Berlins Ende 2025 mit 3,7 Millionen Einwohnern einen neuen Höchststand erreichte, basiert dieses Wachstum fast ausschließlich auf Zuwanderung. Zum vierten Jahr in Folge verzeichnete die Hauptstadt einen natürlichen Bevölkerungsrückgang, das heißt, es starben mehr Menschen als geboren wurden. Der Sterbeüberschuss belief sich auf 4.345 Personen. Dieser Verlust wurde jedoch durch einen Wanderungsgewinn von fast 19.700 Personen kompensiert. Ohne die Zuzüge wäre die Einwohnerzahl bereits geschrumpft.

Ein Stadtteil wächst, ein anderer altert

Die demografische Entwicklung verläuft innerhalb der Stadt extrem unterschiedlich. Nur in drei Bezirken gab es 2025 mehr Geburten als Sterbefälle: Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Pankow. Hier konzentrieren sich die jungen Familien und der Bevölkerungszuwachs. Friedrichshain-Kreuzberg verzeichnete mit 3.524 Geburten die meisten Neugeborenen der Stadt und gleichzeitig die wenigsten Sterbefälle (1.650).

Am anderen Ende des Spektrums steht Steglitz-Zehlendorf. In diesem Bezirk ist die demografische Alterung am deutlichsten ausgeprägt. Mit einem Durchschnittsalter von 46,7 Jahren ist die Bevölkerung hier deutlich älter als im städtischen Durchschnitt. Steglitz-Zehlendorf verzeichnete sowohl die niedrigste Geburtenzahl als auch die höchste Sterbezahl aller Bezirke. Der Sterbeüberschuss belief sich hier auf 1.872 Menschen. Dieser Kontrast zwischen den jungen, wachsenden Bezirken im Osten und der alternden Struktur in Teilen des Westens verdeutlicht die unterschiedlichen Entwicklungspfade innerhalb Berlins.

Vergleich mit Brandenburg

Die Situation in Berlin steht in einem interessanten Kontrast zum Umland. Während Brandenburg mit einer Geburtenziffer von 1,30 ebenfalls einen Wert unter dem Bundesdurchschnitt aufweist, ist dort ein anderer Trend zu beobachten: Die Bevölkerungszahl im Land schrumpfte 2025 erstmals seit 2013. In Brandenburg reicht der Wanderungsgewinn nicht mehr aus, um den natürlichen Bevölkerungsrückgang auszugleichen. In Berlin hingegen sorgt die starke Anziehungskraft der Hauptstadt für genug Zuzug, um trotz des historischen Tiefstands bei den Geburten und eines negativen Geburtensaldo das Bevölkerungswachstum aufrechtzuerhalten. Die Gesamtzahl der Sterbefälle blieb in der Hauptstadt dabei nahezu konstant, während die Geburten weiter rückläufig sind.