Bellum et Culina zeigt mittelalterliche Kopfbedeckungen und Schäferalltag auf der Archäotechnica in Brandenburg
Die Gruppe Bellum et Culina zeigt auf der Archäotechnica im August handgefertigte Netzhauben und den Alltag eines Schäfers aus dem 14. Jahrhundert
Die Archäotechnica 2026 im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg lädt am 1. und 2. August zu einer modischen Reise durch die Epochen ein. Unter dem Motto „Fasern, Kleider, Schmückendes – Mensch und Mode durch die Jahrtausende“ steht die Veranstaltung ganz im Zeichen der Kleidungsgeschichte von der Steinzeit bis zur frühen Neuzeit. Im Archäologischen Landesmuseum, das im historischen Paulikloster in Brandenburg an der Havel beheimatet ist, werden Besucherinnen und Besucher nicht nur über Stoffe und Schnitte informiert, sondern können die Lebenswelten vergangener Zeiten auch aktiv erleben.
Bellum et Culina im Fokus
Ein zentraler Akteur der diesjährigen Veranstaltung ist die Gruppe Bellum et Culina. Dieser Zusammenschluss widmet sich der Darstellung und Vermittlung mittelalterlicher Lebens- und Arbeitswelten. Zu den Mitgliedern zählen erfahrene Darsteller, darunter auch jene von Porta Temporum, sowie die Wissenschaftlerin Ronja Lau. Die Gruppe wird bei der Archäotechnica neben ihren bereits separat vorgestellten Beiträgen weitere Einblicke in den Facettenreichtum der mittelalterlichen Bekleidung bieten.
Besonders im Fokus steht dabei die Kunst des Netzknotens. Besucher können beobachten, wie kunstvolle Geflechte entstehen, die einst die Häupter der Damenwelt zierten. Diese handwerklichen Vorführungen zeigen, wie aufwendig und detailverliebt die Kopfbedeckungen der Vergangenheit gefertigt wurden.
Vom Schäferalltag bis zur Wissenschaft
Neben der feinen Handarbeit wird es bei Bellum et Culina auch rustikalere Einblicke geben. Die Gruppe stellt den Alltag eines Schäfers aus dem 14. Jahrhundert nach historischen Quellen dar. Die Frage, wie ein solcher Mann gekleidet war, welche Ausrüstung er trug und wie sein Arbeitsalltag konkret aussah, wird lebendig vermittelt.
Besonders hervorzuheben ist die Beteiligung der Textilarchäologin Ronja Lau. Als Doktorandin an der Ruhr-Universität Bochum forscht sie unter anderem zu eisenzeitlichen Textilfunden aus dem Salzbergwerk Dürrnberg. Durch ihre Präsenz verbindet die Veranstaltung praktische Living-History mit fundierter wissenschaftlicher Expertise. Kleidung ist dabei nicht nur Schutz, sondern seit der Steinzeit ein identitätsstiftendes Element, wie auch Lau in ihrer Forschung betont.
Rahmen der Veranstaltung
Die Archäotechnica findet traditionell jährlich auf dem Gelände des Archäologischen Landesmuseums statt, das vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege getragen wird. Das Museum selbst ist im ehemaligen Dominikanerkloster St. Pauli untergebracht, das bereits 1286 gegründet wurde und nach der Reformation verschiedene Nutzungen durchlief, bevor es 2008 als Landesmuseum eröffnet wurde.
In den Vorjahren widmete sich die Veranstaltung wechselnden Schwerpunkten: 2025 stand das Thema „Welten verbinden“ im Fokus, 2023 ging es um die „Ernährung durch die Jahrtausende“ und 2022 beleuchtete man die „Eliten des Mittelalters“. 2026 nun liegt der Blick auf den Fasern und der Mode.
Termine und Eintritt
Die Archäotechnica 2026 öffnet ihre Tore am 1. und 2. August jeweils von 10 bis 17 Uhr. Der Veranstaltungsort ist das Archäologische Landesmuseum Brandenburg, Neustädtische Heidestraße 28, 14776 Brandenburg an der Havel.
Der Eintritt beträgt für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt sind 3,50 Euro. Kinder unter 10 Jahren haben freien Eintritt. Neben den Vorführungen von Bellum et Culina und anderen Gruppen erwartet die Besucher eine traditionelle Modenschau sowie kulinarische Angebote, die das historische Erlebnis abrunden.