Wimmeltreff zeigt sparsame Tröpfchenbewässerung trotz Gießverbot in Brandenburg an der Havel
Trotz des städtischen Gießverbots zeigt der Wimmeltreff in Brandenburg an der Havel, wie sich Wasser im Garten mit Tröpfchenbewässerung effizient nutzen lässt
Trockenheit in Brandenburg: Bewässerungsverbot und praktische Lösungen
Die anhaltende Hitze und der fehlende Niederschlag haben in Brandenburg an der Havel zu einer verschärften Lage geführt. Um die Grundwasserreserven und Oberflächengewässer zu schützen, hat die Stadt eine Allgemeinverfügung erlassen, die das Bewässern privater Grünflächen tagsüber untersagt. Die Regelung gilt bis zum 31. August 2026 und verbietet das Gießen bis 18:00 Uhr. Wer gegen dieses Verbot verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen, da sinkende Wasserstände die Ökologie der Gewässer und den Sauerstoffgehalt gefährden.
Genau zu diesem Zeitpunkt bietet der Wimmeltreff e.V. im Gemeinschaftsgarten in der Briester Straße eine praktische Antwort auf die Wasserknappheit. Am 15. Juli um 17 Uhr und am 18. Juli um 10 Uhr findet eine Vorführung zu effizienten Tröpfchenbewässerungssystemen statt. Ziel ist es, Interessierten zu zeigen, wie sich Wasser im Garten gezielt und sparsam nutzen lässt, ohne gegen die städtischen Auflagen zu verstoßen.
Technik im Vergleich: Vom Balkon bis zum großen Beet
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen zwei unterschiedliche Systeme, die direkt an den Beeten in der Praxis vorgeführt und verglichen werden können. Das eine System nutzt 13-mm-Verteilerschläuche mit abgehenden 4,6-mm-Tropfleitungen. Diese Variante eignet sich besonders für größere Beete, da sie eine gleichmäßige Verteilung über weite Flächen ermöglicht. Als Alternative wird eine einfache 4,6-mm-Tropfleitung gezeigt, die mit minimalem Materialaufwand auskommt. Diese ist ideal für Balkone oder kleine Pflanzgefäße geeignet, wo weniger Platz und geringere Wassermengen eine Rolle spielen.
Die Vorteile der Tröpfchenbewässerung liegen auf der Hand: Das Wasser wird direkt an die Wurzeln der Pflanzen abgegeben und vermeidet so Verdunstungsverluste, die beim Gießen mit der Gießkanne oder dem Rasensprenger besonders hoch sind. Zudem bleiben die Blätter trocken, was Pilzerkrankungen vorbeugt. Diese Methode, die ursprünglich in trockenen Ländern wie Israel entwickelt wurde, gewinnt angesichts des Klimawandels auch in unseren Gärten immer mehr an Bedeutung.
Fragen zur Praxis und unabhängige Bewässerung
Bei der Vorführung werden konkrete Fragen rund um die Installation und den Betrieb beantwortet. Die Experten des Wimmeltreffs klären unter anderem auf, wie viele Tropfer sinnvoll an einem 4,6-mm-Schlauch betrieben werden können und wann der Umstieg auf einen 13-mm-Verteilerschlauch ratsam ist. Auch die Frage der Energiequelle wird geklärt: Kann eine Tröpfchenbewässerung mit einer Teich- oder Tauchpumpe betrieben werden? Dies wäre eine wichtige Option, um unabhängig vom Trinkwasser zu bewässern und somit die eigenen Ressourcen zu schonen.
Darüber hinaus wird der Blick auf die Kosten geworfen. Taugen preiswerte Micro-Drip-T-Stücke und Schlauchverbinder als echte Alternative zu teuren Markenprodukten? An den Beeten können die beiden Systeme direkt miteinander verglichen werden. Unterschiede bei den verwendeten Verbindern werden ebenso sichtbar wie mögliche Effekte unterschiedlicher Tropfleitungen, die bei Bedarf auch vor Ort getestet werden können.
Einladung zum gemeinsamen Gärtnern
Alle Interessierten – ob mit eigenem Garten, Balkon oder einfach aus Neugier – sind herzlich eingeladen, die Systeme live zu erleben. Der Wimmeltreff e.V. ist ein naturnaher Gemeinschaftsgarten, der Menschen jeden Alters zum gemeinsamen Gärtnern ohne Vorkenntnisse einlädt. Die Teilnahme an der Vorführung ist kostenlos. Um eine reibungslose Planung zu ermöglichen, wird jedoch um eine Anmeldung per E-Mail unter info@wimmeltreff.de gebeten.