Matthias Salge leitet Laienorchester in Lehnin bei Dvořáks Neunter Sinfonie

Matthias Salge leitet Laienmusiker bei der 49. Potsdamer Orchesterwoche zu Dvořáks Neunter Sinfonie in der Klosterkirche Lehnin, der Eintritt ist frei

Symbolfoto · Foto: Adam J. Wester / Unsplash

Eine Woche intensiver Probenzeit steht im Zeichen des Mottos „Amerika“, bevor das Ergebnis am Donnerstagabend in der Klosterkirche Lehnin erklingt. Die 49. Potsdamer Orchesterwoche hat Laienmusiker aus ganz Deutschland und dem Ausland im Evangelischen Gymnasium Potsdam-Hermannswerder zusammengeführt. Unter der Leitung von Matthias Salge erarbeiten die Teilnehmer ein sinfonisches Programm, das am 16. Juli ab 19.30 Uhr der Öffentlichkeit präsentiert wird. Der Eintritt zu diesem Konzert, das Teil der 51. Lehniner Sommermusiken ist, ist frei.

Ein musikalisches Amerika

Das Programm der Orchesterwoche widmet sich der Auseinandersetzung mit amerikanischen Klangwelten und deren Rezeption. Den Auftakt macht die Konzert-Ouvertüre Nr. 2 von Florence Beatrice Price. Die 1887 geborene und 1953 verstorbene US-Amerikanerin war die erste afroamerikanische Komponistin, deren sinfonische Werke von einem großen Orchester wie dem Chicago Symphony Orchestra aufgeführt wurden. Ihr 1943 entstandenes Werk verarbeitet bekannte Spirituals wie „Go Down, Moses“, „Nobody Knows the Trouble I’ve Seen“ und „Ev’ry Time I Feel the Spirit“.

Dazwischen platziert ist die Irische Rhapsodie Nr. 1 op. 78 von Charles Villiers Stanford. Der anglo-irische Komponist (1852–1924), der als Lehrer von Gustav Holst und Ralph Vaughan Williams wirkte, griff für dieses Stück auf die irische Sagenwelt zurück und verband zwei traditionelle Melodien miteinander. Alle drei Werke des Abends setzen sich auf ihre je eigene Weise mit Volksmusiktraditionen auseinander.

Den Höhepunkt bildet Antonín Dvořáks Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der Neuen Welt“. Der Komponist schrieb dieses Meisterwerk 1893, während er das National Conservatory of Music in New York leitete. Inspiriert durch Spirituals und die Musik der indigenen Bevölkerung suchte Dvořák damals nach einer eigenständigen amerikanischen Musiksprache, ohne dabei seine von der böhmischen Volksmusik geprägte Tonsprache aufzugeben.

Rahmenbedingungen und Ort

Das Konzert findet im Rahmen der Lehniner Sommermusiken statt, deren künstlerische Leitung bei Gerhard Oppelt liegt. Die Veranstaltung ist in dieses größere Festival eingebettet, das 2026 unter dem übergeordneten Motto „Perspektive Europa“ steht. Das „Amerika“-Programm der Potsdamer Orchesterwoche bildet somit einen interessanten kulturellen Kontrastpunkt innerhalb der Festwoche.

Gespielt wird in der St. Marien-Klosterkirche am Klosterkirchplatz 20 in Lehnin. Ein besonderes Merkmal des Ortes ist die neue Orgel von Kristian Wegscheider, die die Kirche seit 2026 ziert und die Akustik sowie die klanglichen Möglichkeiten der Sommermusiken nachhaltig verändert hat. Die 49. Potsdamer Orchesterwoche, gegründet Ende der 1970er Jahre, gilt als eine der größten Laienorchester-Veranstaltungen in Brandenburg und verbindet seit Jahrzehnten musikalische Bildung mit öffentlicher Aufführung.